sind von Lepra-bedingten Behinderungen betroffen.
leiden unter leparaassoziierter Stigmatisierung und Diskriminierung.
erkranken jährlich neu an Lepra.
In Europa ist die Krankheit längst vergessen, während sie in vielen Ländern des Globalen Südens immer noch präsent ist. Denn Lepra ist nicht nur eine vernachlässigte tropische Erkrankung, sondern steht in direktem Zusammenhang mit Armut. Sie trifft Menschen, die oft keinen Zugang zu gesundheitlicher Versorgung, zu Diagnose und Behandlung haben. So kommt es weiterhin zu leprabedingten Behinderungen, die längst vermeidbar wären. Eine Lepra-Erkrankung wiederum bedeutet für die meisten Betroffenen aufgrund der sichtbaren Behinderungen, sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung ein Leben in Armut.
Die DAHW nimmt neben den akut erkrankten Patient:innen auch Menschen mit leprabedingten Behinderungen in den Blick. Dabei stehen neben der medizinischen Behandlung ganzheitliche, inklusive Maßnahmen zur Unterstützung Betroffener im Fokus, um ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Lepra ist eine nicht tödliche Infektionskrankheit, deren Erreger die Haut und das Nervensystem befällt und diese zerstört. Obwohl das Lepra-Bakterium (Mycobacterium leprae) schon 1873 von dem norwegischen Arzt Gerhard Armauer Hansen entdeckt wurde, ist bis heute keine Impfung gegen Lepra verfügbar. Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt drei bis vier Jahre, kann aber auch bis zu 30 Jahre betragen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Lepra zu den 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs).
Lepra ist eine nicht tödliche Infektionskrankheit, deren Erreger die Haut und das Nervensystem befällt und diese zerstört. Obwohl das Lepra-Bakterium (Mycobacterium leprae) schon 1873 von dem norwegischen Arzt Gerhard Armauer Hansen entdeckt wurde, ist bis heute keine Impfung gegen Lepra verfügbar. Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt drei bis vier Jahre, kann aber auch bis zu 30 Jahre betragen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Lepra zu den 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs).
Andauernder Stress, Mangelernährung, schlechte Hygienebedingungen, beengte Wohnverhältnisse oder unsauberes Trinkwasser: Herausfordernde soziale Determinanten schwächen das Immunsystem eines Menschen und begünstigen die Ansteckung mit Lepra. Darum gilt auch diese NTD als armutsassoziiert und tritt vor allem in Ländern des Globalen Südens auf. Im Mittelalter war die Lepra auch in Europa ein großes Problem. Doch mit der Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen verschwand diese „Krankheit der Armut“.
Die Krankheit beginnt im Frühstadium mit sichtbaren Hautflecken, weshalb sie auch oft mit anderen Hautkrankheiten verwechselt wird. Im weiteren Verlauf bilden sich Beulen und Knoten auf der Haut und auf Dauer Nervenschäden: Die Betroffenen verlieren das Gefühl in ihren Händen oder Füßen. Verletzungen oder Verbrennungen werden aufgrund des mangelnden Schmerzempfindens nicht genügend beachtet. Unbehandelt können sich die Wunden entzünden, es kann zu chronischen Geschwüren, Behinderungen und zum Verlust der Gliedmaßen kommen.
Nach dem Ausbruch der Erkrankung kann Lepra mit einfachsten Mitteln, zum Beispiel mit einem Stift, diagnostiziert werden: Wenn Betroffene mit verschlossenen Augen eine leichte Berührung auf einem typischen Hautfleck nicht spüren, ist eine Erkrankung sehr wahrscheinlich. Der Nachweis einer Lepra-Infektion – vor dem Krankheitsausbruch – ist hingegen deutlich schwieriger, aktuell werden geeignete Verfahren erforscht. In Verbindung mit der langen Inkubationszeit von bis zu 20 Jahren wäre es ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Lepra, auch latente Lepra-Infektionen diagnostizieren zu können: Denn Betroffene verbreiten den Erreger, bevor sie die Krankheit an sich selbst bemerken.
Ja, seit 1982 gibt es eine Kombinationstherapie (Multidrug-Therapy, MDT) aus einem Mix der Antibiotika Rifampicin, Dapson und Clofazimin. Sie wurde mit finanzieller sowie fachlicher Unterstützung der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe im Forschungszentrum Borstel entwickelt. Nach einer erfolgreichen Studie auf Malta ist die MDT seit 1983 weltweiter Standard der WHO und muss sechs bis zwölf Monate eingenommen werden. Damit sind alle Lepra-Patient*innen heilbar.
Nach wie vor werden von Lepra betroffene Menschen ausgegrenzt und in manchen Ländern sogar gesetzlich diskriminiert. Beispielsweise aus religiösen Gründen (im Mittelalter galt die Lepra auch bei uns als „Strafe Gottes“) oder aufgrund der tief sitzenden Angst vor einer Krankheit, die den Menschen so grausam zeichnen kann. In der Folge verheimlichen Betroffene ihre Infektion. Die zu späte oder gänzlich ausbleibende Behandlung führt zu irreversiblen Behinderungen, mit denen die Betroffenen ihr Leben lang leben müssen.
Viele Patient:innen haben aber auch keinen Zugang zu einer medizinischen Behandlung, sei es wegen einer (leprabedingten) Behinderung oder wegen fehlender Infrastrukturen in der Gesundheitsversorgung. Nicht zuletzt fehlt es weltweit auch bei medizinischen Fachkräften an Wissen über Lepra. Betroffene werden nicht oder zu spät diagnostiziert und behandelt. Aufklärungsarbeit, aktive Fallsuche in entlegenen Regionen und die Ausbildung von Gesundheitspersonal zählen daher zu den zentralen Elementen in der Lepra-Arbeit der DAHW.
Dank einer auch von der DAHW mitfinanzierten Studie konnte 2016 bewiesen werden, dass durch die Einmalgabe des Antibiotikums Rifampicin an Kontaktpersonen von Lepra-Patient:innen das Risiko einer Erkrankung verringert werden kann. Seit 2017 empfiehlt die WHO diese sogenannte Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) unter Berücksichtigung festgelegter Kriterien.
Rund 200.000 Lepra-Neuerkrankungen werden weltweit jedes Jahr registriert. Viele Fälle werden erst dann gefunden, wenn die Lepra-Erkrankung bereits zu Behinderungen geführt hat. Die Stigmatisierung der Krankheit und der eingeschränkte Zugang vieler Betroffener zu den Gesundheitssystemen stellen nach wie vor große Hürden auf dem Weg zu einer Welt ohne Lepra dar.
95 Prozent aller Neuerkrankungen treten in Ländern des „globalen Südens“ auf: Regelmäßig wird beispielsweise über die Hälfte der Fälle in Indien registriert. Doch alle Angaben in den offiziellen Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen: Es ist zu vermuten, dass sie in Wirklichkeit noch um ein Vielfaches höher sind. So wollen viele von Lepra betroffene Menschen aufgrund der Stigmatisierung der Krankheit nicht erkannt bzw. erfasst werden. Auch halten manche Regierungen die nationalen Statistiken unter Verschluss oder führen keine verlässlichen Register, weil Lepra mit Armut in Verbindung gebracht wird und man sich um das Ansehen des Staates sorgt. Oder es fehlen funktionierende Kontrollprogramme und Infrastrukturen, um alle Fälle zu erfassen.
Das Projekt stärkt die Beteiligung von Gemeinden im Kampf gegen Tuberkulose in sieben Bezirken der West-Nile-Region in Uganda. Ziel ist es, die Früherkennung zu verbessern, den Zugang zu Behandlung zu erleichtern und die Heilungschancen für Betroffene zu erhöhen.
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