Unsere Arbeit im Bereich

Lepra

Bis zu
3 Millionen Menschen

sind von Lepra-bedingten Behinderungen betroffen.

Bis zu
5 Millionen Menschen

leiden unter leparaassoziierter Stigmatisierung und Diskriminierung.

Rund
200.000 Menschen weltweit

erkranken jährlich neu an Lepra.

Wie jetzt, Lepra gibt es immer noch?

Lepra: die biblische Krankheit. Ja, es gibt sie tatsächlich immer noch. Und das, obwohl dies vermeidbar wäre. Denn Lepra ist nur wenig ansteckend, im Falle der Infektion gut behandelbar und sogar vollständig heilbar.

In Europa ist die Krankheit längst vergessen, während sie in vielen Ländern des Globalen Südens immer noch präsent ist. Denn Lepra ist nicht nur eine vernachlässigte tropische Erkrankung, sondern steht in direktem Zusammenhang mit Armut. Sie trifft Menschen, die oft keinen Zugang zu gesundheitlicher Versorgung, zu Diagnose und Behandlung haben. So kommt es weiterhin zu leprabedingten Behinderungen, die längst vermeidbar wären. Eine Lepra-Erkrankung wiederum bedeutet für die meisten Betroffenen aufgrund der sichtbaren Behinderungen, sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung ein Leben in Armut.

DAHW-Forschungskoordinatorin Christa Kasang führt eine Lepra-Diagnose durch.

Die DAHW nimmt neben den akut erkrankten Patient:innen auch Menschen mit leprabedingten Behinderungen in den Blick. Dabei stehen neben der medizinischen Behandlung ganzheitliche, inklusive Maßnahmen zur Unterstützung Betroffener im Fokus, um ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Infos, Fakten, Zahlen: Erfahren Sie alles rund um Lepra

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Was ist Lepra?

Lepra ist eine nicht tödliche Infektionskrankheit, deren Erreger die Haut und das Nervensystem befällt und diese zerstört. Obwohl das Lepra-Bakterium (Mycobacterium leprae) schon 1873 von dem norwegischen Arzt Gerhard Armauer Hansen entdeckt wurde, ist bis heute keine Impfung gegen Lepra verfügbar. Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt drei bis vier Jahre, kann aber auch bis zu 30 Jahre betragen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Lepra zu den 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs).

Hautausschabung bei Lepra- und Tuberkulosepatientin in Tansania, medizinische Behandlung, Gesundheitsversorgung, Community Healthcare, deutsche Lepra- & Tuberkulosehilfe e.V.

Wie wird Lepra übertragen?

Lepra ist eine nicht tödliche Infektionskrankheit, deren Erreger die Haut und das Nervensystem befällt und diese zerstört. Obwohl das Lepra-Bakterium (Mycobacterium leprae) schon 1873 von dem norwegischen Arzt Gerhard Armauer Hansen entdeckt wurde, ist bis heute keine Impfung gegen Lepra verfügbar. Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt drei bis vier Jahre, kann aber auch bis zu 30 Jahre betragen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Lepra zu den 20 vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs).

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Welche Faktoren begünstigen eine Lepra-Infektion?

Andauernder Stress, Mangelernährung, schlechte Hygienebedingungen, beengte Wohnverhältnisse oder unsauberes Trinkwasser: Herausfordernde soziale Determinanten schwächen das Immunsystem eines Menschen und begünstigen die Ansteckung mit Lepra. Darum gilt auch diese NTD als armutsassoziiert und tritt vor allem in Ländern des Globalen Südens auf. Im Mittelalter war die Lepra auch in Europa ein großes Problem. Doch mit der Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen verschwand diese „Krankheit der Armut“.

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Die Krankheit beginnt im Frühstadium mit sichtbaren Hautflecken, weshalb sie auch oft mit anderen Hautkrankheiten verwechselt wird. Im weiteren Verlauf bilden sich Beulen und Knoten auf der Haut und auf Dauer Nervenschäden: Die Betroffenen verlieren das Gefühl in ihren Händen oder Füßen. Verletzungen oder Verbrennungen werden aufgrund des mangelnden Schmerzempfindens nicht genügend beachtet. Unbehandelt können sich die Wunden entzünden, es kann zu chronischen Geschwüren, Behinderungen und zum Verlust der Gliedmaßen kommen.

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Wie wird Lepra diagnostiziert?

Nach dem Ausbruch der Erkrankung kann Lepra mit einfachsten Mitteln, zum Beispiel mit einem Stift, diagnostiziert werden: Wenn Betroffene mit verschlossenen Augen eine leichte Berührung auf einem typischen Hautfleck nicht spüren, ist eine Erkrankung sehr wahrscheinlich. Der Nachweis einer Lepra-Infektion – vor dem Krankheitsausbruch – ist hingegen deutlich schwieriger, aktuell werden geeignete Verfahren erforscht. In Verbindung mit der langen Inkubationszeit von bis zu 20 Jahren wäre es ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Lepra, auch latente Lepra-Infektionen diagnostizieren zu können: Denn Betroffene verbreiten den Erreger, bevor sie die Krankheit an sich selbst bemerken.

Projekt-Spotlight

Das Projekt stärkt die Beteiligung von Gemeinden im Kampf gegen Tuberkulose in sieben Bezirken der West-Nile-Region in Uganda. Ziel ist es, die Früherkennung zu verbessern, den Zugang zu Behandlung zu erleichtern und die Heilungschancen für Betroffene zu erhöhen.

Projekte im Bereich Lepra