einer Vernachlässigten Tropenkrankheit betroffen
zu der Gruppe der Vernachlässigten Tropenkrankheiten
jedes Jahr statt.
Warum vernachlässigt?
Alle 21 NTDs haben gemeinsam, dass sie nahezu keine Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit, von der (angewandten) Forschung, von staatlichen Institutionen und (Pharma-)Unternehmen erhalten, weil sie in den wohlhabenden Ländern des Globalen Nordens keine oder kaum eine Rolle spielen.
Die Krankheiten treffen vor allem benachteiligte Menschen in Ländern des Globalen Südens und werden auch als „armutsassoziiert“ bezeichnet. Sie sind dort verbreitet, wo Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, zu sanitären Anlagen, zu ausreichend oder ausgewogener Ernährung und zu Hygienewissen bzw. -material haben und wo es an der Verfügbarkeit sowie Erreichbarkeit von guter medizinischer Versorgung mangelt.
Für viele dieser Krankheiten gibt es nach wie vor keine gute und wirksame Therapie. Wenn doch Medikamente vorhanden sind, haben diese oft erhebliche Nebenwirkungen. Genauso kennt man von vielen Krankheiten den genauen Übertragungsweg nicht. Es fehlt an Mitteln für die Forschung.
Viele dieser Krankheiten ziehen sich über Jahre oder sogar ein Leben lang hin – mit teils schweren körperlichen Einschränkungen, Schmerzen und dauerhaften gesundheitlichen Problemen.
Doch die Belastung geht weit über das Körperliche hinaus: Wer an NTDs leidet, erlebt oft soziale Ausgrenzung, Stigmatisierung und psychische Belastungen. Viele Menschen verlieren ihre Arbeitskraft, ihr Einkommen schrumpft, und die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen verschlechtern sich weiter. Die aufwendigen Behandlungen sind häufig teuer und schwer zugänglich. Zwar werden bei vielen vernachlässigten Tropenkrankheiten die direkten Behandlungskosten – wie zum Beispiel Antibiotika – übernommen. Doch das eigentliche Problem liegt oft woanders: Die langfristige Versorgung der bleibenden gesundheitlichen Schäden, die durch die Krankheit entstanden sind, wird in der Regel nicht finanziell unterstützt.
Gerade diese Nachsorge ist aber oft besonders aufwendig, teuer und langwierig. Für die Betroffenen bedeutet das eine enorme finanzielle Belastung, die viele kaum stemmen können – vor allem, wenn sie ohnehin schon in Armut leben.
Kurz gesagt: NTDs können die Lebensqualität massiv einschränken – körperlich, seelisch, sozial und wirtschaftlich. Das zu ändern, ist unser Ziel. Mit der NTD Roadmap 2030 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen konkreten Fahrplan entwickelt, um NTDs besser zu bekämpfen.
In dieser Roadmap hat die WHO für jede der 20 NTDs krankheitsspezifische Ziele bis 2030 festgelegt. So wurde beispielsweise das Ziel definiert, die Lepra Schritt für Schritt in den endemischen Ländern zu eliminieren – und sie bis 2035 weltweit auszurotten. In unserer Projektarbeit orientieren wir uns an dieser Roadmap und setzen entlang dieser Strategie Maßnahmen und Projekte um, mit dem Fokus auf SkinNTDs, also vernachlässigte Tropenkrankheiten, die – wie Lepra – die Haut betreffen.
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