Unsere Arbeit im Bereich

Chagas

Chagas - eine oft übersehene Gefahr in Lateinamerika

Die DAHW war über viele Jahrzehnte in verschiedenen Ländern Lateinamerikas aktiv und setzte sich dort unter anderem für die Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten wie Lepra oder der Chagas-Krankheit ein. Inzwischen hat sich die DAHW aus der operativen Arbeit in der Region zurückgezogen, um sich stärker auf andere Regionen und globale Krankheitsherausforderungen zu konzentrieren. Dennoch gehört Chagas weiterhin zu unseren Mandatskrankheiten – zumindest noch bis 2026. Derzeit engagieren wir uns ausschließlich in Bolivien, wo die Krankheit nach wie vor ein großes Gesundheitsproblem darstellt.

Was ist Chagas?

Die Chagas-Krankheit, benannt nach dem brasilianischen Arzt Carlos Chagas, ist eine durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit, die in Mittel- und Südamerika verbreitet ist. Sie gilt als „armutsassoziierte Krankheit“, da sie vor allem in ländlichen Regionen mit schlechten Wohnbedingungen vorkommt und oft mit sozialer Ausgrenzung einhergeht.

Chagas geht oft mit sozialer Ausgrenzung einher.
Hauptüberträger sind Raubwanzen, die sich tagsüber in Ritzen einfacher Lehmhütten verstecken.

Der Erreger und seine Übertragung

Ausgelöst wird Chagas durch den einzelligen Parasiten Trypanosoma cruzi. Hauptüberträger sind Raubwanzen, die sich tagsüber in Ritzen einfacher Lehmhütten verstecken und nachts Blut saugen. Beim Biss geben sie infektiösen Kot ab, der über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute in den Körper gelangt. Weitere Übertragungswege sind Bluttransfusionen, Organtransplantationen und die Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind.

Verlauf und Krankheitsbild

In der akuten Phase treten oft unspezifische Symptome wie Fieber, Lymphknotenschwellungen, Durchfall oder eine Schwellung der Bissstelle auf. Bei Säuglingen kann es zu schweren Entzündungen des Herzens oder des Gehirns kommen. Auch wenn die Beschwerden häufig nach einigen Wochen abklingen, bleibt der Parasit bei vielen Menschen im Körper. Jahre oder Jahrzehnte später können sich schwerwiegende chronische Komplikationen entwickeln – vor allem Herzrhythmusstörungen, Herzversagen sowie Veränderungen an Speiseröhre und Darm, die lebensbedrohlich sein können.

Auch wenn die Beschwerden häufig nach einigen Wochen abklingen, bleibt der Parasit bei vielen Menschen im Körper.
In der chronischen Phase ist eine Heilung meist nicht mehr möglich.

Diagnose und Behandlung

Je früher Chagas erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. In der akuten Phase kann die Krankheit mit Medikamenten behandelt werden – allerdings sind diese oft mit starken Nebenwirkungen verbunden und für Schwangere nicht geeignet. In der chronischen Phase ist eine Heilung meist nicht mehr möglich. Die Therapie konzentriert sich dann auf die Behandlung der Folgeschäden am Herzen oder im Verdauungstrakt.

Das tut die DAHW

Bis Ende 2025 setzt die DAHW in Bolivien ein letztes Projekt zur Bekämpfung von Chagas um. In der Region Chuquisaca werden in den Gemeinden Huacareta und Monteagudo rund 750 Häuser saniert, um die Lebensräume der Raubwanzen zu beseitigen. Aufklärungskampagnen, Hygieneschulungen und der Aufbau eines regionalen Netzwerks ergänzen die Maßnahmen. Ziel ist es, ein nachhaltiges Präventionsmodell zu etablieren, das auch über die Projektlaufzeit hinauswirkt – im Sinne der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung und der bolivianischen Gesundheitspolitik.

Projekte im Bereich Chagas