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Leishmaniose

Leishmaniose – vergessene Krankheit mit entstellenden Folgen

Leishmaniose ist eine durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit, die vor allem in warmen Regionen der Welt vorkommt – darunter Teile Asiens, Südamerikas, Afrikas, des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens.

Übertragung

Übertragen wird der Erreger durch den Stich der infizierten Sandmücke, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist. Die Erkrankung ist nicht nur medizinisch, sondern auch sozial folgenreich: Sie führt oft zu sichtbaren Hautveränderungen und wird mit Armut, Ausgrenzung und Stigmatisierung in Verbindung gebracht.

Die winzige Sandmücke überträgt en Erreger.

Es gibt drei Hauptformen der Leishmaniose: kutan (Haut), viszeral oder kala-azar (Organe) und mukokutan (Schleimhäute). Nicht alle Infizierten erkranken. Viele tragen den Parasiten in sich, ohne jemals Symptome zu entwickeln. Von „Leishmaniose“ spricht man deshalb nur, wenn die Infektion tatsächlich zu einer Erkrankung führt.

Krankheitsbild

Die kutane Leishmaniose ist die häufigste Form. Erste Symptome treten meist wenige Wochen nach dem Stich auf: Eine gerötete, geschwollene Stelle bildet sich an der Einstichstelle – häufig im Gesicht, an den Armen oder Beinen. Daraus entwickeln sich juckende Knötchen, die zu schmerzlosen, aber großflächigen Geschwüren heranwachsen können. Das Zentrum dieser Wunden kann sich schwarz verfärben oder absterben. Bleiben bakterielle Zusatzinfektionen aus, heilen die Wunden meist innerhalb eines Jahres – jedoch oft mit deutlichen, entstellenden Narben.

Nach Ausheilen bleiben Narben zurück, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Diese Narben können das Leben der Betroffenen massiv beeinträchtigen: Kinder gehen nicht mehr zur Schule, Erwachsene verlieren ihre Arbeit oder finden keinen Ehepartner. Die Krankheit wird so zum sozialen Makel – und ist eng mit Armut und Ausgrenzung verknüpft.

 

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der kutanen Leishmaniose ähnelt der von Lepra: Meist erfolgt sie durch mikroskopischen Nachweis der Parasiten in einer Hautprobe. Auch Labormethoden wie PCR können eingesetzt werden, sind aber in vielen betroffenen Ländern nicht flächendeckend verfügbar.

Die Behandlung stellt eine große Herausforderung dar. Zwar gibt es ein Medikament, das als wirksam gilt – allerdings ist es nicht offiziell zugelassen und kann starke Nebenwirkungen haben. Alternativ können kleinere, lokalisierte Wunden durch thermische Verfahren wie Vereisung oder Hitze behandelt werden. Auch die direkte Injektion von Medikamenten in die Wundränder kommt zum Einsatz.

In vielen Fällen heilen die Wunden unbehandelt von selbst – jedoch oft mit schweren Narben. Eine medizinische Versorgung ist deshalb nicht nur aus gesundheitlicher, sondern auch aus psychosozialer Sicht essenziell.

Die DAHW im Einsatz gegen Leishmaniose

Wir setzen uns in mehreren Ländern aktiv gegen Leishmaniose ein – vor allem dort, wo die Krankheit zunehmend Menschen in prekären bzw. einkommensschwachen Lebensverhältnissen trifft und staatliche Hilfe kaum vorhanden ist.

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In Pakistan, wo jährlich geschätzt bis zu 150.000 neue Fälle auftreten, arbeitet die DAHW eng mit lokalen Partnern zusammen. Die kutane Leishmaniose betrifft dort besonders viele Kinder und weist deutliche Parallelen zur Lepra auf: Beide Krankheiten sind armutsassoziiert, betreffen die Haut, führen zu Stigmatisierung und nutzen ähnliche Labordiagnostik. Deshalb kombiniert die DAHW in Pakistan ihre langjährige Lepra-Arbeit mit einem integrierten Ansatz, der auch Leishmaniose umfasst. Ziel ist es, Aufklärung, Diagnostik und Behandlung in entlegenen und benachteiligten Regionen verfügbar zu machen.

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Auch in Afghanistan plant die DAHW eine Ausweitung ihrer Arbeit. Zwar liegt der aktuelle Fokus noch auf der Lepra-Bekämpfung, doch die hohe Verbreitung von Leishmaniose – besonders im Norden des Landes – macht deutlich: Die Notwendigkeit für einen breiteren Gesundheitsansatz, der auch Hautkrankheiten wie Leishmaniose einschließt, ist groß.

Der Kampf gegen Leishmaniose ist komplex: Es fehlt an zugelassenen Medikamenten, die Diagnose ist aufwendig, und viele Betroffene leben isoliert in abgelegenen Regionen. Doch gerade deshalb ist das Engagement der DAHW so entscheidend – um Menschen eine medizinische Versorgung zu ermöglichen, die sonst keine Chance auf Hilfe hätten.

Projekte im Bereich Leishmaniose