Übertragung und Krankheitsbild
Die Infektion erfolgt durch den Kontakt mit Süßwasser – etwa beim Baden, Waschen, Fischen oder Bootfahren. In stehenden Gewässern leben infizierte Wasserschnecken, aus denen winzige Larven, die Zerkarien, ins Wasser gelangen. Sie bohren sich durch die Haut des Menschen und gelangen über das Blut in die Leber, wo sie sich weiterentwickeln. Von dort wandern die erwachsenen Würmer in die Blutgefäße von Blase oder Darm, wo sie täglich Tausende Eier ablegen.
Übertragung und Krankheitsbild
Die Infektion erfolgt durch den Kontakt mit Süßwasser – etwa beim Baden, Waschen, Fischen oder Bootfahren. In stehenden Gewässern leben infizierte Wasserschnecken, aus denen winzige Larven, die Zerkarien, ins Wasser gelangen. Sie bohren sich durch die Haut des Menschen und gelangen über das Blut in die Leber, wo sie sich weiterentwickeln. Von dort wandern die erwachsenen Würmer in die Blutgefäße von Blase oder Darm, wo sie täglich Tausende Eier ablegen.
Ein Teil dieser Eier wird mit Urin oder Stuhl ausgeschieden – und gelangt so zurück ins Wasser, wo der Kreislauf von vorn beginnt. Viele Eier verbleiben jedoch im Körpergewebe und verursachen chronische Entzündungen, die langfristig zu schweren Organschäden, insbesondere an Darm, Harnblase, Leber, Milz oder den Geschlechtsorganen, führen können. Unbehandelt kann Schistosomiasis tödlich verlaufen.
Diagnose und Behandlung
Schistosomiasis kann durch den Nachweis der Eier im Urin oder Stuhl diagnostiziert werden. Auch serologische Tests oder bildgebende Verfahren kommen zum Einsatz. Die Behandlung erfolgt mit dem bewährten Medikament Praziquantel, das die Würmer abtötet und aus dem Körper entfernt. Allerdings bietet diese Therapie keinen dauerhaften Schutz – da viele Betroffene in Endemiegebieten immer wieder neu infiziert werden.
Prävention ist entscheidend
Die Bekämpfung der Krankheit erfordert daher mehr als nur Medikamente. Zentral ist die Unterbrechung des Infektionskreislaufs – durch Zugang zu sicherem Trinkwasser, den Ausbau sanitärer Einrichtungen wie Latrinen, und vor allem durch Aufklärung. Nur wenn Menschen über Übertragungswege und Schutzmaßnahmen informiert sind, kann eine langfristige Eindämmung gelingen.
Die Arbeit der DAHW gegen Schistosomiasis – Fokus auf die Region um den Viktoriasee
Die Region Mwanza in Tansania am Ufer des Viktoriasees zählt zu den besonders betroffenen Gebieten. Obwohl Medikamente vorhanden sind, ist es bislang nicht gelungen, die Krankheit einzudämmen – unter anderem wegen fehlender sanitärer Infrastruktur und mangelnder Aufklärung.
Die DAHW engagiert sich hier seit Jahren gemeinsam mit dem Missionsärztlichen Institut und weiteren Partnern für nachhaltige Verbesserungen. Eine gemeinsame Initiative zur Gesundheitsaufklärung, Prävention und besseren Medikamentenversorgung wurde gestartet. Die Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza spielt dabei eine wichtige Rolle – Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt hat die Schirmherrschaft übernommen.
Das Else Kröner Center – ein umfassender Ansatz im Kampf gegen Schisto
Ein besonderer Meilenstein in der Schistosomiasis-Bekämpfung in der Region ist das 2020 gestartete Langzeitprojekt, das Else Kröner Center for Advanced Medical & Medical Humanitarian Studies Würzburg – Mwanza. Die Leitung liegt bei der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg, die Umsetzung erfolgt in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Würzburg, dem Missionsärztlichen Institut und der DAHW. Einer der drei zentralen Schwerpunkte des Centers ist der Aufbau eines gemeinnützigen Programms zur Bekämpfung von Schistosomiasis in der Viktoriasee-Region. Ziel ist es, die medizinische Versorgung zu verbessern, lokale Fachkräfte zu schulen und den Zugang zu Prävention und Behandlung dauerhaft zu sichern – sowohl auf klinischer als auch auf Community-Ebene.
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