12.08.2026

Fünf Jahre nach der Machtübernahme durch die Taliban: Zugang zu medizinischer Versorgung bleibt eine Herausforderung

Damit auch Menschen in abgelegenen Regionen Zugang zu Gesundheitsversorgung erhalten, besuchen mobile Teams die Gemeinden direkt vor Ort. (Foto: Stefan Recker/DAHW)
Viele Menschen in Afghanistan haben weiterhin nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung. Besonders in abgelegenen Regionen sind Gesundheitsangebote oft schwer erreichbar. Umso wichtiger sind lokale Gesundheitskräfte und Partnerorganisationen, die die Menschen vor Ort kennen und ihr Vertrauen genießen.

Am 15. August jährt sich die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan zum fünften Mal. Die humanitäre und gesundheitliche Lage vieler Menschen im Land bleibt weiterhin herausfordernd. Besonders Menschen in abgelegenen Regionen sowie vulnerable Bevölkerungsgruppen haben häufig nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung. Wir unterstützen deshalb gemeinsam mit lokalen Partnern Gesundheitsangebote für Menschen mit Tuberkulose, Lepra und anderen gesundheitlichen Risiken.

Unterstützung basiert auf Vertrauen

„Aufsuchende Gesundheitsarbeit und frühe Diagnose von Tuberkulose und Lepra sind nur dort möglich, wo Vertrauen besteht. Unsere lokalen Partner arbeiten seit vielen Jahren in den Gemeinden, insbesondere in ländlichen Regionen, und werden als verlässliche medizinische Ansprechpartner wahrgenommen – das ist eine zentrale Voraussetzung für Prävention und Behandlung von Lepra und Tuberkulose.“ sagt Stefan Recker, Repräsentant der DAHW in Afghanistan.

Gerade Frauen, Kinder und Menschen in abgelegenen Regionen haben häufig nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung. Deshalb verbinden wir Diagnostik und Behandlung mit Gesundheitsaufklärung, Prävention und weiteren unterstützenden Maßnahmen.

Lebensmittelpakete stärken die Ernährungssicherheit von Familien in ländlichen Regionen Afghanistans während der Wintermonate. (Foto: Arif Hemat/LEPCO)

Menschen erreichen, die sonst kaum erreicht werden

„Eine der größten Herausforderungen unserer Arbeit ist es, besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen in abgelegenen Regionen medizinisch zu erreichen – oft unter Bedingungen eingeschränkter Infrastruktur und großer Ernährungsunsicherheit. In der Tuberkulose- und Lepra-Arbeit heißt das für uns, Diagnostik und Behandlung immer gemeinsam mit Ernährungshilfe, allgemeinen Gesundheitschecks und präventiven Maßnahmen zu denken, damit Hilfe langfristig wirkt.“ sagt Stefan Recker.

Lepra und Tuberkulose betreffen häufig Menschen, die ohnehin von Armut, Ernährungsunsicherheit, Ausgrenzung und einem eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung leben. Umso wichtiger ist es, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und diejenigen zu erreichen, die sonst kaum medizinische Unterstützung erhalten.

Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban zeigt sich: Gesundheitsarbeit in Afghanistan bleibt nur dort möglich, wo langfristige Beziehungen, Vertrauen und lokale Verantwortung zusammenkommen. Gerade in abgelegenen Regionen sind diese Strukturen für viele Menschen weiterhin von großer Bedeutung.

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