Schwarz-Weiß Foto von jungen Männern. Sie alle Tragen ihre Seesäcke. Es sind Deutsche Handwerker verabschieden sich von ihren Kollegen auf dem Bau. Sie gehen als Freiwillige nach Äthiopien um dort ein Krankenhaus zu bauen.

Mit einem Zeitungsartikel fing alles an

Geschichte

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1957 als Leprahilfswerk gegründet, 2003 in DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe umbenannt und heute Experte im Kampf gegen weitere vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) – unsere Hilfsorganisation blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Erfahren Sie hier, wie alles seinen Anfang nahm und welche Meilensteine die DAHW in über 60 Jahren erreichen konnte.

Ein Leben im Dienst der Anderen

Auf einer Reise durch Äthiopien 1955 begegnen der Journalist Franz Graf Magnis und der Theologiestudent Richard Recke aus Würzburg dem französischen Lepra-Arzt Dr. Jean Féron. Unter dem Titel „Jeden Pfennig für die Aussätzigen“ schreibt Graf Magnis eine Reportage über dieses Erlebnis. Er berichtet von Menschen mit aufgeschwollenem „Löwengesicht“ und von Menschen, die ohne Hände und Füße über staubige Straßen rutschen.

Ein schwarz-weiß Foto von zwei Männern. Der Linke - Dr. Feron - trägt eine Brille, einen Vollbart und einen Schlapphut und eine Krawatte im mit weißem Hemd. Rechts steht Graf Magnis, er trägt einen Safarihut und Safarikleidung. Im Hintergrund sieht man Zelte und einen Strohbedeckten Unterstand.

Dr. Feron und Graf von Magnis im Gespräch in Äthiopien. Foto: DAHW Archiv

 

„So etwas können wir unseren Lesern nicht zumuten“, entscheiden einige Chefredakteure, doch mehrere andere Zeitungen in Deutschland drucken die Reportage und lösen damit eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Rund 6.000 Kilometer von Deutschland entfernt entsteht im äthiopischen Bisidimo mit Hilfe aus Würzburg eine Lepra-Station. Deutsche Bauhandwerker errichten mit einheimischen Helfern ein Zentrum, in dem Lepra-Patienten medizinische Hilfe erhalten. Das Land ringsherum soll zur Selbstversorgung genutzt werden, außerdem sollen Werkstätten eingerichtet werden.

Gründung der DAHW 1957

Schwarzweißfoto von Gründer Hermann Kober

Gründer Hermann Kober

Eine Gruppe von Würzburgerinnen und Würzburgern sehen diese Hilfsaufrufe und wollen helfen. 1957 gründen sie den Verein „Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk“ (DAHW), hier findet sich ein Auszug aus dem Gründungsprotokoll. 2003 erfolgt die Umbenennung in DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.

Die Würzburger Hermann Kober (Bild) und seine Frau Irene waren Mitbegründer der Organisation. Von Beginn an machte es sich Hermann Kober, der bis zu seinem Tod 1998 an der Spitze des Hilfswerks stand, zur Aufgabe „den Verlassenen und Ausgestoßenen zu helfen, diese einst so gefürchtete und fürchterliche Krankheit, den Aussatz, die Lepra, zu heilen, das Tabu zu brechen und den Kranken, den Geheilten und Behinderten wieder zu einem normalen Leben zu verhelfen“, wie er es selbst formulierte. 2007 wurde die Hermann-Kober-Stiftung gegründet.