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Philosoph und Medizinmann

Albert Schweitzer

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Sollten seine Eltern und Freunde doch unverständig den Kopf schütteln. Sein Entschluss stand seit Jahren fest. Nach dem 30. Lebensjahr würde er seine bürgerliche Existenz als Gelehrter aufgeben und sich um Not leidende Menschen kümmern. Und jetzt war er über 30. Er wusste mittlerweile auch, wie die Hilfe aussehen sollte: Er wollte Arzt in Afrika werden.

Albert Schweitzers Entscheidung passte nicht in die konservative Gesellschaft des Deutschen Kaiserreiches, in die er 1875 hineingeboren worden war. Aufgewachsen in Günsbach im Elsass, schien sein Werdegang als Gelehrter vorherbestimmt. Er studierte wie sein Vater und Großvater evangelische Theologe und zusätzlich Philosophie. Er wurde Prediger, Vikar und schließlich sogar Professor, der, ergriffen von dem Gedanken der Nächstenliebe, in Straßburg Theologie lehrte. Doch nur darüber reden, war ihm nicht genug: Auch sein musikalisches Talent, das ihn zu einem international gefragten Orgelspieler und Bach-Interpreten machte, füllte ihn nicht aus. „Arzt wollte ich werden, um ohne irgendein Reden wirken zu können.“