Der Begründer der modernen Bakteriologie, der klinischen Infektiologie und der Tropenmedizin entdeckte 1882 den Erreger der Tuberkulose. Der von ihm entwickelte Sputum-Test wird bis heute in der TB-Diagnostik eingesetzt, auch in Projekten der DAHW.
Er war der Begründer der modernen Bakteriologie, der klinischen Infektiologie und auch der Tropenmedizin: Robert Koch hat Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria, Pest und Cholera erforscht. Viele seiner Methoden sind heute noch aktuell. Der Sputum-Test zum Nachweis einer Tuberkulose-Erkrankung ist nach wie vor das Standard-Diagnoseverfahren – auch in den Hilfsprojekten der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Bakterien zwar schon längst bekannt, jedoch waren diese nach der damals vorherrschenden Meinung lediglich eine Begleiterscheinung der jeweiligen Krankheit. Mit seinem Göttinger Lehrer Jakob Henle wies Robert Koch nach, dass Bakterien Auslöser der Krankheiten waren (Henle-Koch-Postulate). Dies führte zum Umdenken beim Erforschen von Krankheiten sowie zu neuen Ansätzen bei deren Bekämpfung.
So entwickelte Robert Koch das Tuberkulin, ein Extrakt aus Stoffwechselprodukten der Tuberkulose-Bakterien, die er am 24. März 1882 erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte. Ursprünglich als Heilmittel oder Impfstoff vorgesehen, wollte Robert Koch den Verkauf des Tuberkulins zu seinen Gunsten kommerzialisieren. Jedoch war das Mittel für diese Zwecke wirkungslos – stattdessen wird Tuberkulin seit 1907 – neben dem mikroskopischen Sputum-Test – zur Diagnose der TB eingesetzt.
In der praktischen Arbeit in den Einsatzländern der DAHW gibt es jedoch einige Probleme mit der über 100 Jahre alten Diagnostik: Nur bei rund 50 Prozent aller Erkrankungen kann der Erreger der TB, das Mycobacterium tuberculosis, damit nachgewiesen werden. Ein weiteres Problem ist die immer weiter steigende Zahl von multiresistenten TB-Erregern. Mit dem veralteten Verfahren lassen sich Antibiotika-Resistenzen nicht erkennen, sodass Patient*innen oft die falschen Medikamente bekommen.
Die DAHW fordert daher seit Jahrzehnten die Regierungen der wohlhabenden Industrienationen im Globalen Norden auf, die Forschung nach sicheren, schnellen und kostengünstigeren Diagnoseverfahren gezielt zu unterstützen. Denn obwohl jedes Jahr rund 10 Millionen Menschen neu an TB erkranken und etwa 1,5 Millionen Menschen infolge einer TB-Erkrankung sterben, bietet sie für Pharmakonzerne keinen interessanten Markt. Denn TB ist eine „Krankheit der Armen“.
Noch bevor Robert Koch 1882 den Erreger der Tuberkulose entdecken sollte, schrieb er 1879 diesen ausführlichen Brief an Dr. Armauer Hansen, den Entdecker des Lepra-Bakteriums. Der Brief liegt der DAHW als Kopie des Originaldokument vor. Darin gibt Robert Koch Tipps zu Dr. Hansens Forschungstätigkeiten und bittet seinerseits um Untersuchungsmaterial. Der Erreger der Lepra und der Erreger der Tuberkulose sind beides Mykobakterien.
Wollstein der 20. Juli 1879
Hochgeehrter Herr Kollege,
Ihre Mitteilung über den Befund von Bazillen bei Lepra erregt selbstverständlich bei mir ein lebhaftes Interesse und das umso mehr, als mir Prof. Klebs im vorigen Herbst sagte, dass er ebenfalls Bakterien in leprösen Geweben gefunden habe, seine Angaben aber so unbestimmt ließ, dass sie mir, offen gestanden, nicht überzeugend waren.
Ich teile vollständig Ihre Meinung, dass es ungemein wichtig sein würde, eine so außerordentlich chronische Krankheit wie Lepra auf die Tätigkeit Niederer Organismen zurückzuführen und ich bin deswegen sehr gerne bereit, Ihnen hierzu, soweit mein Rat Ihnen nützlich sein kann, behilflich zu sein.
Bis jetzt habe ich noch immer gefunden, dass gerade Bazillen die Anilinfärbung, wie ich sie von Prof Weigert gelernt und in meiner Schrift p. so beschrieben habe, ausgezeichnet annehmen. Andererseits sind mir in letzter Zeit aber auch wieder Bakterien vorgekommen, die sich mit Anilin nach der gewöhnlichen Methode nicht färben ließen und die noch besondere Kunstgriffe erforderten um sichtbar zu werden. Ich vermag deswegen von vornherein nicht zu sagen, ob die von Ihnen gesehenen Bakterien für Anilin-Kern-färbung geeignet sind oder nicht. Wenn aber selbst das Protoplasma der Zellen von Methylviolett zu Ihren Präparaten gefärbt erschien, so kann das folgende Gründe haben: Entweder haben sie die Objekte in Chromsäure oder Müller’scher Lösung und nicht in Alkohol gehärtet, oder Sie haben die Schnitte zu lange Zeit in der Farbstofflösung liegen lassen und zu kurze Zeit mit dem mit Essigsäure angesäuerten Wasser behandelt und danach zu schnell aus dem Alkohol genommen. Sollten sie nach diesen Andeutungen noch nicht den Fehler bemerken, dann bitte ich mir genau das von Ihnen befolgte Verfahren zu schildern, damit ich sehen kann, wo Sie von der erprobten Methode abgewichen sind.
Die Anfertigung haltbarer Präparate allein scheint mir nicht hinreichend zu sein, um eine Entdeckung auf mikroskopischen Gebiete schnell bekannt zu machen und andere von der Richtigkeit der Beobachtung zu überzeugen. Man kann doch nur eine beschränkte Anzahl von Präparaten anfertigen und verwenden und schließlich ereignet es sich noch, wie es mir mehrfach ergangen ist, dass der Andere das, was man ihm zeigen will, mit einem unzulänglichen Instrument, bei fehlerhafter Beleuchtung und Einstellung untersucht, ganz andere Dinge sieht oder zu sehen glaubt und sich für berechtigt hält, die ganze Sache für falsch anzunehmen. Dies hat mich veranlasst, meine Bemühungen, ein Verfahren (aufzufinden) zur photographischen Abbildung pathogener Bakterien, wieder aufzunehmen und dass ich darin Erfolg gehabt habe, mögen Sie aus beifolgenden Photogramm entnehmen, die natürlich keine künstlerische Vollendung beanspruchen, aber zur Illustration dessen , was ich gesehen habe, und namentlich zum wissenschaftlichen Beweis vollständig genügen. Durch Lichtdruck sind diese Bilder leicht zu vervielfältigen und in Jedermanns Hand zu bringen.
No 1. zeigt Capillaren aus der Dünndarmzotte eines an Impfmilzbrand gestorbenen Kaninchens. Isolierte Färbung. 700x
No 2. Schnitt aus der Niere eines an Pocken gestorbenen Menschen. Ein etwas gewundener Gefäß mit beginnender Microvierenansammlung; links ein weißer und mehrere rote Blutkörperchen. 700x
No 3. Schnitt aus er selben Niere. Dichter Microvierenhaufen in einem Gefäßlumen, Blutkörperchen sind vollständig verdrängt. 700x
No 4. Microvierenkolonie in der Milz. Ebenfalls von Pocken. 700x
No 5. Aus einer Typhusmilz bei schwacher (100x) Vergr., die Bakterien sind in ihrem Falle nicht so geformt wie die von Pocken, sondern sind viel größer und länglich.
Besonders wird sie interessieren, dass auch Schnitte aus der Haut recht instruktive Bilder geben.
No 6. Ist ein Schnitt aus einem Stückchen Haut, dass ich einem Erysipelkranken (also dem lebenden) vom Rande des Erysipel extrahierte und sofort in absoluten Alkohol legte. Die Haut ist im Alkohol etwas geschrumpft, daher die höckerige Oberfläche. Man sieht nur einige stark hervortretende und mit [nicht zu entziffern] gefüllte Lymphgefäße, sonst keine Veränderung. Die Vergrößerung ist nur 100fach.
Das eine der beiden Lymphgefäße auf No 6. ist in No 7. stark (700x) vergrößert. Man sieht dunkelgefärbte Kernmassen an der linken Wand des Gefäßes, rechts bleibt ein schmaler, fast Kernloser Raum, in dem sich ziemlich viel Microvieren zu finden. Das Bild gibt natürlich nur eine Ebene und in dieser nicht allzuviel Microvieren aber kein Heben und Senken des Tubus zeigen sich alle Theile der Gefäße in gleicher Weise mit Mircovieren durchsetzt.
Die Microvieren dringen aber auch in die Lymph-oder Spalträume des Bindegewebes und bereiten sich derart aus, wie auf No 8. zu sehen ist, das aus demselben Schnitt stammt.
Ich rate Ihnen dringend, Ihre Beobachtungen und Funde womöglich auch durch photographische Ablichtungen zu belegen.
Auf eins möchte ich mir Ihre Aufmerksamkeit noch zu lenken erlauben, wenn es Ihnen nicht schon selbst aufgefallen ist. Ich meine nämlich, dass man in der Erklärung der Bakterienfunde nicht vorsichtig genug sein kann. Mir sind in letzter Zeit vielfach und gerade beim Menschen Bakterien vorgekommen, die unzweifelhaft eine sekundäre Rolle spielen. So halte ich beispielsweise die auf den Photogrammen wiedergegebenen Poken-Mikrokokken für eine sekundäre Erscheinung, die mit dem Pockenprozess an und für sich nichts zu tun hat. Bei Abdominaltyphus habe ich zwei verschiedene Bakterienarten gefunden, die ganz ebenso wie bei den Wundinfektionskrankheiten von, ihrer schwere der Oberfläche beraubten, Körperstellen, also hier von den Darmgeschwüren aus in die Blutbahn eindringen. Bazillen kommen in ähnlicher Weise schmarotzend auf Milzbrandcarbunkel Vor und zwar auf der äußeren Haut ein Bazillus mittlerer Größe (wenn der Bazillus Anthracis als ein sehr großer angenommen wird) auf einem Darmcarbunkel habe ich dagegen einen ganz anderen sehr dünnen Bazillus angetroffen. Ferner habe ich Bazillen in Hornhautgeschwüren pockenkranker Schafe und gehäuft in der Umgebung der Schleimhautpocken dieser Tiere gesehen. Könnten nicht auch in leprösen Geweben die von Epidermus entblößt sind, solche Einwanderungen von schmarotzenden Bakterien vorkommen? Ganz anders würde allerdings die Sache liegen wenn schon in ganz frisch erkrankten von unversehrter Haut bedeckten Teilen Bazillen gefunden würden und auch ihre Einwanderung von benachbarten offenen Geschwüren ausgeschlossen bliebe.
Sehr lieb wäre es mir, wenn Sie mir einiges Material zur Untersuchung überlassen möchten. Selbstverständlich würde ich Ihren Publikationen nicht vorgreifen.
Mit der größten Hochachtung
ergebenst
Dr. Koch.
Transkript des Briefes (6 Seiten)
Quelle: Koch, Robert. Fotostatkopi av brev til Gerhard Armauer Hansen, d. 20. 7. 1879. Ms 1732-b, Manuskript- og librarsamlingen, Universitetsbiblioteket i Bergen
Der Mediziner und Mikrobiologe Robert Koch ist bekannt als Entdecker der Tuberkulose. Er ist nicht nur Begründer der modernen Bakteriologie, sondern auch der klinischen Infektiologie und der Tropenmedizin. Zudem gehörte er zu den Wegbereitern der sich erst viel später als selbständiges Fachgebiet etablierten Immunologie.
Therapien und Präventionsmaßnahmen sind nur dann sinnvoll, wenn man weiß, woher Krankheiten kommen und wie sie sich verbreiten. Was heute als Basis aller medizinischen Tätigkeiten und Hilfsmaßnahmen gilt, wurde im 19. Jahrhundert erforscht und entdeckt. Dabei sollte Robert Koch, der am 11. Dezember 1843 in Clausthal geboren wurde, eine wichtige, wenn nicht die prägendste Rolle spielen.
Das Interesse für Naturwissenschaften und für Medizin war von Anfang an da. Robert Koch studierte nach dem Abitur in Göttingen Medizin, wurde 1866 promoviert und bestand kurz darauf das Staatsexamen in Hannover. Ein Jahr später heiratete er seine Jugendfreundin Emmy Fraatz. Koch arbeitete zunächst als Doktor, unter anderem als Lazarettarzt im Deutsch-Französischen Krieg. 1872 trat er eine Stelle als Kreisphysikus in Wollstein an, was heute als Wolsztyn in Polen liegt. Bereits hier begannen sein Interesse an Forschung und seine Leidenschaft für bisher rätselhafte Infektionsketten. Er erforschte den damals bei Mensch und Tier immer wieder Todesopfer fordernden Milzbrand.
Mit der Entdeckung der Milzbrandsporen 1876 wies er nicht nur die Infektionskette und die bis dato unbekannten Eigenschaften des Bakteriums nach, sondern bewies grundsätzlich einen Mikroorganismus als Ursache für eine Infektionskrankheit. Er beschreibt seine Entdeckung in dem 1878 veröffentlichten Buch „Über die Aetiologie der Wundinfectionskrankheiten“. Beinahe unvorstellbar aus heutiger Sicht: Robert Koch lieferte schon damals entscheidende medizinische Erkenntnisse, forschte jedoch unter einfachsten Bedingungen in seinem privaten, eher dürftig ausgestatteten Labor in seinem Wollsteiner Wohnhaus. Die bescheidenen äußeren Bedingungen hielten ihn nicht davon ab, fokussiert und präzise zu arbeiten und einen stets logischen Aufbau an Beweisketten zu liefern.
Die kleine Familie – inzwischen hatte Tochter Gertrud das Licht der Welt erblickt – zog nach einer Zwischenstation in Breslau 1880 nach Berlin, wo Robert Koch an das Kaiserliche Gesundheitsamt berufen wurde. Hier verantwortete Koch die bakteriologische Methodik und baute sie so aus, dass sie nicht nur für die Erforschung von Infektionskrankheiten, sondern auch für die Entwicklung von gezielten Gegenmaßnahmen hilfreich wurde.
In seinem Vortrag über die „Ätiologie der Tuberkulose“ am Institut für Physiologie sprach er über das Mycobakterium tuberculosis und bewies erstmalig den Tuberkulose-Erreger als Ursache für das Krankheitsbild. Bis dato waren sowohl Ursache als auch Ansteckungswege der Krankheit unklar, die sich inzwischen zu einer Volkskrankheit entwickelt hatte und etwa ein Siebtel der deutschen Bevölkerung zum Tod geführt hatte. Robert Koch hatte die Kulturbedingungen, spezielle Nährböden und Färbetechniken entwickelt, die für den Nachweis der Tuberkelbazillen notwendig waren. Er erhielt für seine Entdeckung 1905 den Nobelpreis für Medizin. Noch heute erinnert jedes Jahr der Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März an Robert Kochs Entdeckung. Auch die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe nimmt den Welt-Tuberkulose-Tag jährlich zum Anlass, um auf das nach wie vor große globale Gesundheitsproblem Tuberkulose und den engen Zusammenhang zu Armut aufmerksam zu machen.
TB blieb nicht die einzige Krankheit, deren Erreger Robert Koch erforschte. Die „Asiatische Hydra“, besser bekannt als Cholera, untersuchte er Ende 1883 mit seinem Team in Kalkutta, Indien, um die Krankheit während eines Ausbruchs zu erforschen. 1884 gelang ihm der Nachweis des Bakterium Vibrio cholerae. Zwar hatte der italienische Anatom Filippo Pacini bereits in den 1860er-Jahren denselben Erreger beschrieben, davon wusste Robert Koch damals allerdings nichts.
1885 wurde Robert Koch als erster Ordentlicher Professor für Hygiene zum Direktor des von der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität neu gegründeten Hygienischen Instituts, wo er die neue wissenschaftliche Disziplin der Bakteriologie weiter ausbaute und mit seiner Arbeit schnell in den Fokus bakteriologisch interessierter Ärzt*innen weltweit rückte.
Schon immer war es Robert Kochs Wunsch, Infektionskrankheiten wie Tuberkulose zu heilen, gezielt einzudämmen oder – im besten Fall – zu verhindern. Doch es gelang ihm weder die Entwicklung eines Therapeutikums noch eines Impfstoffes. Sein Heilmittel Tuberkulin entwickelte er aus Fragmenten abgetöteter Tuberkelbazillen. Es erwies sich als nicht wirksam. Die gewünschten Langzeitheilungen traten nicht ein, es kam sogar zu Todesfällen. Ein Einschnitt in Robert Kochs Karriere, hatte er doch den Verkauf von Tuberkulin und dessen Einsatz als Heilmittel oder Impfstoff fest eingeplant.
Dennoch: Seit 1907 wird Tuberkulin zur schnellen Diagnose von Tuberkulose eingesetzt. Auch die DAHW nutzt diese Methode, wenngleich nur bei rund 50 Prozent aller Erkrankungen der Erreger damit nachgewiesen werden kann und die immer häufiger auftretenden multiresistenten TB-Erreger sich damit nicht erkennen lassen. Gemeinsam mit dem mikroskopischen Sputum-Test hat Robert Koch die beiden bis heute noch üblichen Methoden zur Diagnose von TB entwickelt. Für den Nachweis einer Lungen-, Knochen- oder Wirbelsäulen-TB ist das Röntgenbild zudem ein entscheidender Faktor.
Kochs Verdienste, seine wissenschaftlichen Leistungen, die Entdeckung und Bedeutung der Bakteriologie waren und sind ohne Zweifel groß. Ende des 19. Jahrhunderts beschloss die preußische Regierung deshalb, dem großen Entdecker ein eigenes Forschungsinstitut zu errichten. Das „Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten“ wurde am 1. Juli 1891 eröffnet, Robert Koch leitete es bis 1904. Es zählt zu den ersten biomedizinischen Forschungsinstituten weltweit.
Heute gehört das Robert Koch-Institut (RKI) als Bundesinstitut zum Bundesministerium für Gesundheit. Als zentrale Einrichtung der Bundesregierung in allen Fragen der Krankheitsüberwachung und -prävention gehören die Erkennung, die Verhütung und die Bekämpfung vornehmlich von Infektionskrankheiten zu den Hauptaufgaben des RKI. Das so genannte Public-Health-Institut liefert – wie zum Beispiel während der Corona-Pandemie ab 2020 – wissenschaftliche Erkenntnisse als Basis für gesundheitspolitische Entscheidungen, berät die zuständigen Ministerien und informiert die Fachöffentlichkeit sowie die breitere Öffentlichkeit.
Koch hingegen zog es in die Welt. Mit seiner zweiten Ehefrau Hedwig Freiberg war er nach 1896 jährlich für einige Monate auf Expedition, um Tropenkrankheiten zu erforschen. Im südlichen Afrika beschäftigte er sich mit Tierseuchen wie der Rinderpest, dem Texas- oder Küstenfieber. Auch die bisher unerforschten Übertragungswege von Tropenkrankheiten bei Menschen, wie Malaria oder die Schlafkrankheit, interessierten ihn sehr.
Anfang des 20. Jahrhunderts schicke er eine Kommission nach Ostafrika, um – unter seiner Leitung – Therapiemöglichkeiten gegen die Schlafkrankheit zu erforschen. Kurzfristige Erfolge erzielte er mit der Gabe des arsenhaltigen Atoxyl zur Behandlung von Schlafkranken. Doch der Verursacher der Infektion und Überträger der auslösenden Parasiten, die Tsetsefliege, ließ sich davon nur kurzfristig beeindrucken. Koch erhöhte die Atoxyl-Dosis, wohlwissend um die Nebenwirkungen und Risiken des Mittels. Das Robert Koch-Institut selbst beschreibt diese Zeit und Kochs letzte Forschungsreise als „dunkelstes Kapitel seiner Laufbahn“. Aus heutiger Sicht waren einige seiner Methoden absolut unethisch und unvertretbar.
Nach einem schweren Herzanfall im April 1910 ging Robert Koch auf Kur nach Baden-Baden, wo er am 27. Mai 1910 verstarb. In einem im Robert Koch-Institut eigens errichteten Mausoleum wurde die Urne mit seiner Asche im Dezember 1910 beigesetzt. Auch sein gesamter wissenschaftlicher Nachlass wird hier aufbewahrt. Wer auf Robert Kochs Spuren unterwegs ist, wird im 2017 neu eröffneten Museum am historischen Standort in Berlin-Wedding fündig – dem Ort, an dem Koch selbst bahnbrechende Erkenntnisse zu den Krankheitserregern und deren Epidemiologie erarbeitet hat. Das Museum hat sich inzwischen als Public-Health-Besucherzentrum erfolgreich etabliert.
Robert Koch hat mit seinen Entdeckungen den Grundstein für die Arbeit der DAHW im Kampf gegen Tuberkulose gelegt. Seine Entdeckung der Bakterien, des TB-Erregers und die Entwicklung des Sputum-Tests waren und sind bis heute Grundwissen und wichtigstes Hilfsmittel in unserer aktiven Projektarbeit.
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