Würzburg, 19.05.2026: Eröffnet wurde der Katholikentag am Mittwochabend im Kaisersaal der Würzburger Residenz. Vertreter:innen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft – darunter Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig, der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter‑Karp, der Würzburger Bischof Franz Jung sowie Repräsentant:innen des BDKJ – stimmten auf Tage ein, die unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf“ standen. Bei der anschließenden feierlichen Eröffnung auf dem Residenzplatz sprach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Tausenden, die sich versammelt hatten.
Herz zeigen auf der Kirchenmeile
Von Donnerstag bis Samstag war die DAHW mit einem Stand auf der Kirchenmeile vertreten – unter dem Motto „Herz zeigen“. Wer die DAHW kennt, weiß: Unser Herz schlägt für Menschen, die oft übersehen oder vergessen werden. Deshalb wollten wir von den Besucher:innen wissen: Wofür schlägt dein Herz? Eine große Pinnwand lud dazu ein, Gedanken zu teilen und sichtbar zu machen.
Besonders bewegend war der Besuch von Bundespräsident Frank‑Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender an unserem Stand. Manuel Koch (DAHW Referent Öffentlichkeitsarbeit) berichtete über die Arbeit der DAHW, von der sich Steinmeier bei einem Besuch in Togo im Jahr 2008 bereits überzeugen konnte.
Großes Interesse des Bundespräsidenten galt auch unserer ehrenamtlichen Unterstützerin Laura Niewind aus dem Münsterland und ihrem persönlichen Engagement, die extra gekommen war, um am Stand zu helfen. Sie erzählte, wie sie über ihre Großmutter zur Leprahilfe gefunden hat – über frühere Lepra‑Basare, Handarbeiten und Gemeinschaft. Heute ist das Engagement moderner, aber nicht weniger leidenschaftlich: mit Kuchen- und Primelverkäufen, mit Zeit und mit Herz.
Am Ende hielten Steinmeier und Büdenbender ihre Antworten auf unserer Pinnwand fest: „Verständigung zwischen den Völkern“ und „Kinder“.
Zwei kurze Sätze, die viel von dem ausdrücken, worum es in diesen Tagen ging.
Neben der Pinnwand konnten Besucher:innen auch für unsere Aktion „STADTRADELN & Draufsatteln“ in die Pedale treten – trotz Regen, trotz müder Beine, aber mit viel Motivation. Zur Belohnung gab es Lebkuchenherzen zum „Herz zeigen“.
Geschichten erzählen – beim Historischen Spaziergang
An allen drei Tagen boten wir außerdem unseren beliebten Historischen Spaziergang „Auf den Spuren der Lepra in Würzburg“ an. Mehr als 50 Menschen pro Tag nahmen teil – eine Zahl, die uns selbst überrascht und sehr gefreut hat.
Gemeinsam gingen wir durch die Stadt, erzählten von der Geschichte der Lepra – vom Mittelalter bis heute – und davon, warum die DAHW seit fast 70 Jahren ihren Sitz in Würzburg hat. Die Teilnehmenden blieben aufmerksam, hörten zu, stellten Fragen. Das Feedback war durchweg positiv.
Wer den Spaziergang verpasst hat, kann sich gerne bei uns melden. Zum nächsten Welt-Lepra-Tag im Januar werden wir den Spaziergang spätestens wieder durchführen. Für feste Gruppen bieten wir dieses Format auch außerhalb der offiziellen Termine an. Anfragen für Termine oder Gruppenführungen gerne an kommunikation@dahw.de
Globale Gesundheit – eine Frage der Gerechtigkeit?
Ein inhaltlicher Höhepunkt war das Podium „Globale Gesundheit: eine Frage der Gerechtigkeit?“, das die DAHW mitorganisieren durfte. Diskutiert wurde, wie Menschen weltweit Zugang zu Gesundheit und Würde erhalten können – und welche Verantwortung Forschung, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft dabei tragen.
- Dr. Fabiana Faleiros, Pflege- und Rehabilitationswissenschaftlerin, ehemalige Stipendiatin von KAAD Ribeirão Preto/Brasilien
- Dr. Georg Kippels MdB, parl. Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Berlin
- Felicitas Schwermann, Ärztin und Beraterin für Globale Gesundheit und Forschung bei der DAHW
- Prof. Dr. August Stich, Infektiologe und Tropenmediziner, Vorstandsvorsitzender von medmissio
Moderiert wurde das Gespräch von Luzius Zöller.
Parallel fand ein Kinderpodium statt, das sich dem Thema auf spielerische Weise näherte und im Anschluss Fragen im Erwachsenenpodium einbringen konnte. Besonders eindrücklich war die Frage eines 10‑jährigen Teilnehmers:
„Warum werden Medikamente in ärmeren Ländern produziert und an reiche Länder verkauft, obwohl Menschen dort sie selbst brauchen?“
Die Antwort machte deutlich, wie sehr globale Ungleichheiten mit wirtschaftlichen Strukturen zusammenhängen – und wie wichtig Solidarität bleibt. Ein Moment, der zeigte: Auch das ist Herz zeigen.
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Mehr InformationenAufstehen trotz Regen – und dankbar zurückblicken
Das Wetter? Wechselhaft. Jedoch die Stimmung blieb offen, herzlich, engagiert. Menschen blieben stehen, kamen ins Gespräch, zeigten sich offen für unsere Arbeit und bestärkend in dem, was wir tun. Wie Oberbürgermeister Heilig in seiner Willkommensrede treffend formulierte: „Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen füreinander da sind. Wo sie sich Zeit füreinander nehmen und bereit sind, einander zuzuhören.“ Genau das war in diesen Tagen an vielen Orten spürbar – auf Plätzen und in Kirchen, im Vorübergehen und im Verweilen, im gemeinsamen Lachen und im ernsthaften Gespräch.
Am Sonntag ging der Katholikentag zu Ende. Zurück bleiben Dankbarkeit und viele Eindrücke. Die DAHW sagt Danke – an alle Besucher:innen, an unsere wunderbaren ehrenamtlichen Unterstützer:innen, unter anderem von der KSG Jena und der kfd St. Vitus Olfen, an die Veranstalter:innen – und an das DAHW- Team. Ohne euch wäre all das nicht möglich gewesen.
Der Katholikentag 2026 hat gezeigt: Aufstehen beginnt im Kleinen. Mit Zuhören. Mit Mitgefühl. Mit Herz. ❤️
Wer unsere Aktion „STADTRADELN & Draufsatteln“ weiterhin unterstützen möchte, kann das auch jetzt noch mit einer Spende tun – wir freuen uns sehr darüber.
Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.