22.04.2026

Investitionen, die wirken: Wie NTD‑Programme Gesundheit und Wirtschaft stärken

Anil Fastenau auf der Bühne vom NTD Programmmanagermeeting. Foto: WHO
Unser Global Health-Berater Anil Fastenau war beim jährlichen NTD Program Managers Meeting in Malawi.

(13.–16. April 2026, Lilongwe, Malawi) Mehr als 1,65 Milliarden Menschen weltweit sind von Vernachlässigten Tropenkrankheiten, so genannten NTDs (Neglected Tropical Diseases), betroffen. Viele Millionen Menschen sterben jährlich an ihren Folgen. Die jährliche Konferenz der NTD Program Managers in Malawi bringt Expert:innen und Programmleiter aus verschiedenen afrikanischen Ländern zusammen– darunter u. a. aus Togo, Äthiopien, Tansania, Uganda, Senegal, Nigeria sowie Sudan und Südsudan. Ziel ist es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsame Lösungen für integrierte NTD‑Programme zu entwickeln. Unser Global Health-Berater Anil Fastenau, der zahlreiche NTD-Projekte in afrikanischen Ländern betreut, nahm an der Konferenz teil.

Besonders in diesem Jahr stand das Meeting unter außergewöhnlichen Vorzeichen:
Durch den Wegfall von USAID‑Mitteln gibt es große Finanzierungslücken in der NTD‑Arbeit. Umso wichtiger ist die Rolle der Afrikanischen Union, die das gesamte Treffen finanziert und so den Austausch überhaupt ermöglicht hat.

Inhaltlich lag der Fokus auf drei großen Themen:

  • Ressourcenmobilisierung und innovative Finanzierung, insbesondere stärkere nationale Finanzierung
  • der wirtschaftliche Nutzen von NTD‑Bekämpfung
  • sowie neue Ansätze rund um Forschung, Diagnostik und den Einsatz von KI
"Innovative Finanzierung und nationale Ressourcenmobilisierung" lautete der Titel des Vortrags. Foto: WHO

Ein zentrales Argument aus den Diskussionen:

NTDs sind nicht nur ein Gesundheitsproblem, sondern haben massive wirtschaftliche Folgen – vor allem, weil sie häufig junge, arbeitsfähige Menschen betreffen. Eine Kosten‑Nutzen‑Analyse zeigt: Jeder investierte US‑Dollar in die NTD‑Bekämpfung kann einen wirtschaftlichen Nutzen von rund 25 US‑Dollar erzeugen, weil Krankheit, Arbeitsausfälle und langfristige Folgekosten vermieden werden.

Unser Berater für globale Gesundheit, Anil Fastenau, hat sich aktiv in das Programm eingebracht und einen eigenen Vortrag zum Thema „Innovative Financing and Domestic Resource Mobilzation“ (Innovative Finanzierung und nationale Ressourcenmobilisierung) gehalten. Darin hat er u. a. aufgezeigt, welche Rolle Forschung als strategischer Hebel spielen kann, um zusätzliche Mittel für NTD‑Programme zu mobilisieren – etwa durch große Forschungsprojekte, die neue Finanzierungsquellen erschließen und evidenzbasierte Entscheidungen in der Programmarbeit stärken.

DAHW Lepra-Experte Anil Fastenau beim Treffen mit der Malawischen Gesundheitsministerin Hon. Madalitso Baloyi. Foto: Anil Fastenau

Am Rande des Meetings hatte der DAHW Lepra-Experte zudem die Gelegenheit, die Gesundheitsministerin von Malawi zu treffen. Im Austausch ging es unter anderem um die Lepra‑Eliminierung in Malawi und darum, wie die DAHW hier mit ihrer Expertise unterstützen könnte.
Ein weiteres Thema war die Rolle Deutschlands als wichtiger Geldgeber in der NTD‑Bekämpfung in Malawi, insbesondere im Bereich Female Genital Schistosomiasis (FGS), einer oft übersehenen Form von Schistosomiasis (Bilharziose), die Frauen und Mädchen betrifft.

Ein wichtiges Fazit des Treffens:
Mehr Zusammenarbeit, integrierte Planung und gemeinsame Trainings zwischen verschiedenen Krankheitsprogrammen können helfen, knappe Ressourcen besser zu nutzen – und auch Krankheiten wie Lepra stärker mitzudenken, selbst wenn sie nicht immer im Hauptfokus stehen.

Langfristig braucht es vor allem eines: mehr nationale Verantwortung und Finanzierung, denn Gesundheit ist ein Menschenrecht – und eine Investition in die Zukunft 🌍❤️

Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.

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