Die Krankheit wird durch Bakterien verursacht, die sich extrem langsam vermehren. Eine schnelle Übertragung, wie bei Grippe oder Covid, ist ausgeschlossen. Die Inkubationszeit beträgt im Durchschnitt drei bis vier Jahre, kann aber auch bis zu 30 Jahre betragen. Seit den frühen 1980er Jahre ist Lepra mit einer Kombination aus Antibiotika gut behandelbar. Die DAHW war an der Entwicklung der medikamentösen Therapie beteiligt.
Lepra ist eine armutsassoziierte Krankheit. Herausfordernde soziale Determinanten wie Mangelernährung, schlechte Hygienebedingungen, beengte Wohnverhältnisse oder unsauberes Trinkwasser schwächen das Immunsystem eines Menschen und begünstigen die Ansteckung mit Lepra. Während in Europa Einzelfälle Schlagzeilen machen, kämpfen Länder im Globalen Süden wie Indien, Nigeria oder Senegal mit tausenden Neuerkrankungen pro Jahr. Hier setzt die DAHW seit Jahrzehnten an – mit Fallfindung, Prävention, Behandlung und Anti-Stigma-Arbeit.
Unser Ziel ist es die Übertragung zu stoppen, Behinderungen bei den Betroffenen zu vermeiden und das Stigma der Krankheit abzubauen. Das Ziel, Lepra zu beenden, kann in einigen Ländern die nächsten Jahre schon Wirklichkeit werden, wenn es in gemeinsame Anstrengungen vieler Akteure gelingt, genügend Mittel bereitzustellen. Ein erster Schritt ist die Aufmerksamkeit für die betroffenen Menschen, die an einer Krankheit leiden, die uralt und vermeidbar ist und längst ausgerottet sein könnte. Gemeinsam mit Selbsthilfegruppen und Betroffenenorganisationen in den Ländern des Südens wirkt die DAHW Schritt für Schritt am WHO-Ziel „Null Lepra“ mit.
Am Welt-Lepra-Tag am 26. Januar erinnern wir daran, dass Lepra kein Relikt der Vergangenheit ist, sondern eine aktuelle Herausforderung für immer noch viel zu viele Menschen im Globalen Süden. Viele Antworten auf häufig gestellte Fragen und Hinweise zum im Januar anstehenden Welt-Lepra-Tag finden sie auf dahw.de/WLT
Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.