Der begabte Kirchenmusiker wurde bereits 1960 durch einen Artikel über Lepra in Äthiopien auf die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe aufmerksam. Dies war der Auslöser dafür, dass er und seiner Frau Irmingard ihr ehrenamtliches Engagement starteten. Wichtig war es ihm immer, den Menschen vor Ort zu helfen. Als er Mitte der 1960er Jahre erfuhr, dass die Fallzahlen von Lepra-Erkrankungen in Indien steigen und ein Forschungsprojekt aufgrund von aufgebrauchten finanziellen Mitteln eingestellt werden muss, handelte er und spendete privat eine erhebliche Summe. Es war ihm sehr wichtig dazu beizutragen, dass die Menschen, die von Lepra betroffenen sind, medizinische Hilfe erhalten. Aber auch, dass die Betroffenen ins ‚normale‘ Leben zu ihren Familien zurückkehren und ihren Lebensunterhalt selbständig verdienen können.
Adalbert Meier war in Memmingen, in Ottobeuren und in der Region unermüdlich aktiv. Er gründete die Samstagnachmittagskonzerte in der Basilika in Ottobeuren und erfreute eine Vielzahl von Musizierenden und Gästen mit seinem Orgelspiel. Insgesamte unterstützte er durch sein breites Engagement und durch private Spenden in über sechs Jahrzehnten die Lepra-Arbeit der DAHW mit fast 4 Millionen Euro. Darüber hinaus wurde der „Orgel-Meier“ zu einem wichtigen Botschafter der DAHW und trug wesentlich zur Bekanntheit des Würzburger Hilfswerks in der Region bei.
Beruflich brachte er Kindern die Musik nahe und gründete unzählige Chöre. Meier komponierte Messen, Singspiele und Kantaten. Sein virtuoses Orgelspiel ist auf zahlreichen Schallplatten, Kassetten und CDs sowie in Rundfunk- und Fernsehaufnahmen verewigt, immer alles zugunsten der DAHW. Für das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement erhielt Adalbert Meier 1975 und 2015 zusammen mit seiner Frau Irmingard das Bundesverdienstkreuz, 1977 den Bayerischen Verdienstorden, 1983 die Landkreisnadel des Landkreises Unterallgäu, 1986 das Stadtsiegel der Stadt Memmingen und 1988 die goldene St. Ulrich-Nadel des Bistums Augsburg.
Er nutzte sein außergewöhnliches musikalisches Talent dafür, Menschen Freude zu bereiten. Für ihn war Musik das verbindende Element unter Musikern und Musikliebhabern – und dies aus tiefster Überzeugung unter dem Motto: „Musik für den guten Zweck“ und als persönlicher Leitspruch „Jeden Tag ein Stückchen Glück im Leben“.
Im März 2021 ist Adalbert Meier von uns gegangen. In der Region um Memmingen und Ottobeuren erinnern sich viele Menschen bis heute gerne an die Musik und die Begegnungen mit ihm.
Die DAHW ist sehr dankbar, dass wir Adalbert Meier über Jahrzehnte als Wegbegleiter und unermüdlichen Unterstützer an unserer Seite hatten und ehren sein Andenken.
Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.