Nachruf auf Martha Cecilia Barbosa Ladino

Im Gedenken an eine Wegbereiterin für Menschen, die von Lepra betroffen sind

Mit großer Betroffenheit nimmt die DAHW Abschied von Martha Cecilia Barbosa Ladino, die im Alter von 58 Jahren nach schwerer Krankheit im Kreis ihrer Familie verstorben ist. Seit dem 1. April 1997 war sie für die DAHW tätig und prägte über fast drei Jahrzehnte maßgeblich die Lepra‑ und CBID‑Arbeit in Kolumbien und der gesamten Region.

Martha Barbosa steht für das, was erfolgreiche Lepra‑Arbeit wirklich ausmacht: Nähe zu den Menschen, Vertrauen und Ausdauer. Sie arbeitete dort, wo Lepra bis heute Lebenswege beeinflusst – nicht nur medizinisch, sondern auch sozial. Tag für Tag begleitete sie betroffene Menschen auf ihrem Weg zurück in die Gemeinschaft, klärte auf, baute Vorurteile ab und stärkte lokale Strukturen, die Bestand haben. Dieser Ansatz prägte ihr gesamtes Wirken und setzte Maßstäbe für Community‑Based Inclusive Development (CBID).

Ihr Engagement war dabei nie nur beruflich – es entsprang einer tiefen persönlichen Haltung, Menschen in ihrer Würde zu stärken und ihnen Raum zu geben, selbst für ihre Anliegen einzutreten. Sie hinterlässt bleibende, vertrauensvolle Beziehungen zu Betroffenen und ihren Familien; ihr großer Einsatz ist eindrücklich und spürbar.

Zu ihren besonderen Verdiensten gehört die Initiierung und Stärkung von Selbstvertretungsorganisationen von Menschen, die von Lepra betroffen sind – heute gebündelt im Dachverband FELEHANSEN. Ihre kontinuierliche Arbeit hat dazu beigetragen, dass Betroffene heute selbstbewusst bei staatlichen Stellen für ihre Rechte eintreten und Programme einfordern können.  Sie begleitete viele Menschen – u.a. in Cartagena – durch Diagnose, Behandlung und psychosoziale Unterstützung. Ihre Anleitung half Menschen, Stigmatisierung zu überwinden und Vertrauen in Behandlung und Gemeinschaft zurückzugewinnen.

Eine besondere Stärke von Martha Barbosa war ihre Fähigkeit, Menschen miteinander zu verbinden – Betroffene, Organisationen, Behörden und internationale Partner. Sie wird von all jenen erinnert, die durch ihre Offenheit, Warmherzigkeit und Zuverlässigkeit Mut geschöpft haben. Patrick Georg, Vorstand der DAHW, würdigt Martha Barbosa als „engagierte Partnerin, voller Herzlichkeit, Energie und Strahlkraft“, die einen vom ersten Moment an gewinnen konnte.

Martha Barbosa war zuletzt als Regionalrepräsentantin der DAHW in Lateinamerika tätig und führte die DAHW‑Arbeit in der Region verantwortungsvoll durch den Transformationsprozess der vergangenen Jahre. Sie sorgte dafür, dass Partnerorganisationen gestärkt wurden und Projekte heute eigenständig weitergeführt werden können – ein Vermächtnis nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit, für das sie als Person stand.

Auch in wissenschaftlichen und internationalen Projekten setzte sie Impulse, etwa in CBID‑Ansätzen und qualitativer Forschung zur Situation von Lepra‑Betroffenen.

Martha Barbosas Beitrag ist auch Fortschritt auf dem Weg zu Zero Leprosy. Ihr Engagement hat Leben verändert, Organisationen gestärkt und unzähligen Menschen Hoffnung gegeben.

Die DAHW verneigt sich in Dankbarkeit vor dem Lebenswerk von Martha Cecilia Barbosa Ladino.
Ihr Vermächtnis lebt weiter – in FELEHANSEN, in den Gemeinden, in den Projekten und vor allem in den Menschen, deren Leben sie berührt hat.

Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.

10.02.2026
09.02.2026