Schmerzlos gefährlich: Buruli Ulcer ist heimtückisch

Tapfer trägt der Junge sein Schicksal – ist dankbar für die Hilfe. Foto: Ganta Rehab
„Ich habe einen Traum.“ – nach seiner Genesung möchte der 15. Jährige die die Christian Community Academy in Ganta im Bezirk Nimba besuchen.

Buruli Ulcer ist eine schreckliche Infektionskrankheit. Gelangt das Bakterium einmal in den Körper, entwickelt sich aus einer kleinen Schwellung eine offene Wunde, die sich unbehandelt sehr schnell zu einer großflächigen Verletzung der Haut und der Weichteile entwickelt. Bis heute ist der Weg der Übertragung der Infektion unerforscht. Es gibt keine spezifischen Medikamente gegen das Bakterium Mycobacterium ulcerans, das mit dem Lepra-Bakterium Mykobakterium leprae eng verwandt ist. Deshalb wird Buruli Ulcer auch die „kleine Schwester“ der Lepra bezeichnet. Bei der Behandlung setzt die Medizin auf eine individuelle Kombination von Antibiotika. Ist die Wunde, der so genannte Ulcer, bereits sehr großflächig, müssen aufwändige Hauttransplantationen durchgeführt werden. Die Erkrankten sind jedoch auch bei erfolgreicher Behandlung ein Leben lang an den betroffenen  Körperstellen entstellt.

15-jähriger Junge erkrankt an Buruli Ulcer

Besonders schwer hat es den inzwischen 16-jährigen Emmanuel Deagay aus dem Dorf Laotonnondin, im Nimba County in Liberia betroffen.

Emmanuel wurde im September 2009 als erstes von vier Kindern seiner Eltern Jerry Yasie und Susana Deagay geboren. Die Mutter betreibt ein  kleines Einzelhandelsgeschäft, der Vater  ist Elektriker. Zur sechsköpfigen Familie gehören außerdem zwei Brüder und eine Schwester.

Bis zum Beginn seiner Erkrankung  besuchte Emmanuel die 6. Klasse der Tonnondin Elementary and Junior High School in Laotonnondin. In diesem Jahr hätte er die sechste Klasse abgeschlossen. Aufgrund seiner schweren Erkrankung musste er den Schulbesuch fürs erste unterbrechen.

Emmanuel ist ein begeisterter Fußballspieler und Fan des spanischen Vereins Real Madrid. Doch sportliche Betätigungen  sind für den quirligen Teenager derzeit tabu.

Seinen Traum, nach Abschluss der Elementarschule die Christian Community Academy in Ganta im Bezirk Nimba zu besuchen, muss er erstmal zurückstellen.

Emmanuel erzählt seinen Leidensweg

„Meine Beschwerden begannen, als mein Lehrer uns bat, einen Tag lang auf seiner Farm zu arbeiten  (Zuckerrohr schneiden). Zwei Tage später fuhr ich in die Stadt meiner Großmutter, um zwei Tage lang Lehmziegel im Sumpf herzustellen.

Eine Woche später bemerkte ich Blasen unter meinem rechten Fuß, später schwoll mein Fuß an, wurde rot und schmerzte sehr. Meine Eltern brachten mich zu einem traditionellen Heiler. Dieser begann, Kreide und Blätter auf die Wunde aufzutragen. Er behandelte mich einen Monat lang, aber meine Wunde besserte sich nicht.

Meine Großmutter (die Mutter meines Vaters), die in einem anderen Dorf lebt, kam zu Besuch und erzählte meinen Eltern von einem Gesundheitszentrum, in dem Wunden wie meine behandelt würden. Das Ganta Rehab Center, das von der DAHW aus Deutschland unterstützt wird, wie ich heute weiß.“

Ich hätte dieses Jahr die 6. Klasse abschließen sollen, aber aufgrund meiner derzeitigen Situation habe ich die Schule abgebrochen.

Beginn der Behandlung im Ganta Rehab Center

„Meine Eltern brachten mich schon am nächsten Tag nach Ganta, wo ich sofort untersucht wurde. Von  meiner offenen Tapfer trägt der Junge sein Schicksal – ist dankbar für die Hilfe. Wunde am Bein wurde eine Gewebeprobe entnommen und zur Untersuchung an ein Labor gesandt. Die Diagnose war eindeutig: ich hatte mich mit Buruli Ulcer infiziert.

Sofort startete meine Behandlung mit Medikamenten, die das Bakterium bekämpfen. Zur großen  Erleichterung unserer Familie versicherten uns die Mitarbeitenden des Ganta Rehab Center, dass die  gesamte Behandlung für uns kostenfrei ist. Die Spenden der DAHW aus Deutschland machen das möglich. Ihre Spenden machen das möglich.“

Mitarbeitende des Ganta Rehab Center in Liberia. Foto: Ganta Rehab

Großflächiger Ulcer am Unterschenkel

„Der Ulcer an meinem Unterschenkel hat sich noch vor Beginn der Behandlung rasend schnell großflächig
ausgebreitet. Ich weiß, dass meine Behandlung einige Monate erfordern wird und ich viel Geduld brauche. Es stehen auch mehrere Operationen an, bei denen Haut transplantiert wird, sobald das Bakterium in  meinem Körper eliminiert ist. Ich bin so froh, dass das Ganta Reha-Zentrum meine Wunde versorgt, mich ernährt und mir einen Platz zum Ausruhen gibt, ohne dass meinen Eltern Kosten dafür entstehen.“

Emmanuels Traum wird wahr werden

Nach der erfolgreichen Behandlung und dem vollständigen Verheilen des Ulcer wird Emmanuel, wie er es
sich wünscht, seine Grundschulausbildung abschließen. Im Anschluss wird er seine Ausbildung fortsetzen.

Emmanuel wird seinen Weg gehen. Dank Ihrer Hilfe, Ihrer Spenden die der DAHW eine Unterstützung des Ganta Rehab Center ermöglichen.


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17.06.2025