Aziatro Abla Benjamine
Mein Name ist Aziatro Abla Benjamine und ich bin 16 Jahre alt. Ich besuche die
zweite Klasse eines naturwissenschaftlichen Gymnasiums in Tchékpo-Dévé.
Vor einigen Jahren war meine Mutter an Lepra erkrankt. Sie wurde zum Glück vollständig geheilt. Im Sommer 2013 ging ich wie gewohnt morgens zur Schule.
Später am Vormittag kam meine ältere Schwester dorthin und nahm mich mit nach Hause.
Ein für unseren Ort zuständiger Gesundheitsmitarbeiter war zu uns nach Hause gekommen. Er wollte alle in unserer Familie untersuchen, um eine Übertragung der Lepra auszuschließen. Mein Vater, meine Geschwister und ich wurden von ihm auf Lepra getestet. Auf meinem Rücken entdeckte er dunkle Hautflecken. Von diesen wusste ich bis dahin nichts. Die weiteren Untersuchungen, die er machte, erhärteten seinen Verdacht, dass ich infiziert war.
An diesem Tag habe ich viel geweint, Ich hatte Angst, krank zu sein und so zu leiden, wie meine Mutter gelitten hat. Der Gesundheitsmitarbeiter, Herr Ajavon versuchte mich zu beruhigen. Er sagte mir, ich solle keine Angst haben. Die Krankheit sei bei mir frühzeitig entdeckt worden. Meine Behandlung würde sofort beginnen. Folgeschäden müsste ich nicht befürchten.
Herr Ajavon bat meine Mutter, mich ins Krankenhaus von Tabligbo zu bringen. Wir fuhren umgehend dorthin. Dort wurden weitere Tests durchgeführt.
Unter anderem wurde eine Gewebeprobe an meinem Ohr entnommen und im Labor untersucht.
Die beruhigende Nachricht war: Das Lepra-Bakterium war in meinem Körper – die Krankheit aber noch nicht ausgebrochen. Ich bekam sofort die ersten Medikamente.
Die Tabletten, die ich in festen Abständen in den folgenden sechs Monaten einnehmen musste, wurden uns gleich mitgegeben. In der Schule hatte ich keine Probleme mit meinen Klassenkameradinnen.
Ich wurde nicht ausgegrenzt. Niemand wusste, dass ich diese Flecken auf dem Rücken hatte und gegen Lepra behandelt wurde. Inzwischen sind die Hautverfärbungen komplett verschwunden.
Ich bin heute sehr glücklich und danke der DAHW, allen Spenderinnen und Spendern in Deutschland von ganzem Herzen. Dank ihnen mussten wir für die Behandlung nichts bezahlen. Das gleiche gilt für meine Mutter. Wenn ich heute bei einer Freundin oder einem Freund ähnliche Flecken auf der Haut sehe, empfehle ich ihnen, sofort ins
Krankenhaus zu gehen. So kann hoffentlich verhindert werden, dass jemand an Lepra erkrankt.
Alowouibido Ablavi Reine
Ich heiße Alowouibido Ablavi Reine, lebe in Togo und bin 21 Jahre alt. Ich besuche das Gymnasium in Tabligbo in der elften Klasse mit dem Schwerpunkt Literatur. Ich wohne mit meinen Eltern und drei Geschwistern in dem Dorf Tanou.
Ich war noch ein Kind, als meine Krankheit begann. Ich hatte Wunden und kleine Pickel an meinen Zehen und Händen sowie Flecken am ganzen Körper. Meine Eltern gingen mit mir von Krankenhaus zu Krankenhaus und zu traditionellen Heilern, aber ohne Erfolg.
Ich hatte starke Schmerzen.
Deshalb musste ich die Schule in der zweiten Klasse abbrechen. Wir sind weiter von Krankenhaus zu Krankenhaus gefahren, um mich behandeln zu lassen. Später ging es mir besser und ich habe die Schule wieder aufgenommen, bis ich mein Grundschuldiplom erhalten habe.
Als ich 2021 an die Mittelschule kam, gab es an einem Tag Sprechstunden für Menschen mit Hautkrankheiten. Da ich immer noch unter Schmerzen litt, ließ ich mich untersuchen. Die Gesundheitsmitarbeitenden nahmen sich Zeit für mich und ich fühlte mich gut aufgehoben.
An einem der nächsten Tage musste ich in das nächstgelegene Krankenhaus nach Tanou. Hier wurden weitere Tests gemacht. Das Ergebnis war erschütternd.
Der Gesundheitsmitarbeiter sagte mir, dass sie Anzeichen von Lepra bei mir festgestellt hatten. Ich nahm direkt bei ihm die ersten Tabletten der Multi-Medikamenten-Therapie ein. Diese musste ich dann für die folgenden sechs Monate schlucken.
Behandlungsdauer zwölf Monate
Ich musste für weitere sechs Monate Medikamente einnehmen. In dieser Zeit wurden meine Finger, die leicht gekrümmt waren und sich nur schwer strecken ließen, wieder gerade.
Die offenen Wunden verheilten.
Heute habe ich keine Schmerzen mehr. Meine Finger kann ich nach Belieben beugen und strecken. Ich bin von der Lepra vollständig geheilt. Für meine Behandlung mussten meine Eltern nichts bezahlen. Man sagte uns, dass das von lieben Menschen aus Deutschland ermöglicht wird. Zusätzlich erhielten wir Unterstützung, um die Schulgebühren und Unterrichtsmaterial für mich kaufen zu können.
Ich bin der DAHW, den Menschen in Deutschland sehr dankbar für alles, was sie für mich getan hat. Möge Gott sie für alles segnen. Heute habe ich keine Schmerzen mehr.
Meine Finger kann ich nach Belieben beugen und strecken. Ich bin von der Lepra vollständig geheilt. Für meine Behandlung mussten meine Eltern nichts bezahlen.
Man sagte uns, dass das von lieben Menschen aus Deutschland ermöglicht wird. Zusätzlich erhielten wir Unterstützung, um die Schulgebühren und Unterrichtsmaterial für mich kaufen zu können.
Ich bin der DAHW, den Menschen in Deutschland sehr dankbar für alles, was sie für mich getan hat. Möge Gott sie für alles segnen.
Dr. Srileka Penna erklärt den Fahrplan zur Eliminierung der Lepra in Togo
Fast ein Jahr nach dem Start der Zero Leprosy Roadmap* in Togo möchte ich Ihnen mitteilen, was Ihre Unterstützung bereits ermöglicht hat.
Unser Ziel bleibt klar: Lepra frühzeitig zu erkennen, rechtzeitig mit der Behandlung zu beginnen und die oft damit einhergehenden Behinderungen und Stigmatisierungen zu verhindern.
Wenn die Krankheit frühestmöglich diagnostiziert wird, können Nervenschäden verhindert werden – und damit auch die lebenslangen Behinderungen, die daraus resultieren können. Eine frühzeitige Behandlung ermöglicht es Kindern, weiterhin zur Schule zu gehen.
Erwachsene können ihren Lebensunterhalt verdienen. So bleiben ihre Würde und ihre uneingeschränkte Teilhabe am Gemeinschaftsleben erhalten. Um dies zu ermöglichen, verlagern wir unseren Schwerpunkt von der Klinik auf die Gemeinden vor Ort. Wir warten nicht darauf, dass die Menschen zu den Gesundheitseinrichtungen kommen.
Unsere Teams gehen hinaus, besuchen Familien, untersuchen enge Kontaktpersonen und sensibilisieren die Dorfbewohner. So werden erste Anzeichen erkannt, diagnostiziert und behandelt. Unsere Verantwortung endet nicht mit der Heilung. Durch Nachsorgetermine, Wundversorgung und Rehabilitationsmaßnahmen begleiten wir die Menschen weiterhin. Sie gewinnen ihr Selbstvertrauen zurück und integrieren sich wieder vollständig in das Gemeinschaftsleben.
Bei meinem jüngsten Besuch in Togo hatte ich die Möglichkeit, unsere Gesundheitsfachkräfte zu begleiten. Wir fuhren über staubige, holprige Straßen, um Haushalte zu erreichen, die nicht leicht zugänglich sind. Ich traf Frauen, Männer und Kinder, deren Leben von Lepra geprägt ist. Ich wurde Zeuge sowohl der Not, die sie erdulden mussten, als auch der Widerstandsfähigkeit, mit der sie in die Zukunft blicken.
Viele sprachen von einfachen Hoffnungen: arbeiten, lernen, ohne Angst vor Ausgrenzung leben zu können.
Am meisten hat mich das außergewöhnliche Engagement unserer Gesundheitsteams bewegt. Unsere Arbeit geht dort weiter, wo die Straßen enden. Trotz der langen Entfernungen und schwierigen Bedingungen sind sie mit Mitgefühl und Tatkraft aktiv. Sie setzen sich zu den Familien, untersuchen sie sorgfältig, erklären geduldig die Behandlung und kommen zu Nachuntersuchungen zurück. Ihr Engagement, dafür zu sorgen, dass niemand zurückgelassen wird, ist nicht nur ein Grundsatz – es ist etwas, das sie jeden Tag leben.
Von Deutschland aus können wir nicht selbst vor Ort in Togo tätig werden.
Aber, wir können es denen ermöglichen, die es tun. Durch Ihre Spenden bleiben die Lepra-Behandlungen kostenlos, Aufklärung, Schulungen, Transport und kontinuierliche Nachsorge sind gesichert. Die Fortschritte, die wir sehen – frühzeitige Diagnosen, verhinderte Behinderungen und wiederhergestellte Hoffnung – sind das Ergebnis dieses
gemeinsamen Engagements.
Jeder Tropfen trägt zu einem Ozean bei. Jede Spende bringt uns einer Welt näher, die frei von Lepra und ihren Folgen ist. Einer Welt, in der Würde wiederhergestellt ist und Hoffnung stärker ist als Angst. Vielen Dank, dass Sie Teil dieses Ozeans der Solidarität sind.
Dr. Srilekha Penna
*Fahrplan „KEINE Lepra in Togo“
Hoffnung auf Partnerschaft ist unsere regelmäßige Postaussendung. Diese können Sie auch digital hier lesen: Hoffnung auf Partnerschaft
Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.