Würzburg, 28.05.2025: Die Fortbildung zum Thema „Trauma bewältigen mit EMDR“ wurde von Dr. Marion Schowalter, Leiterin der Trauma-Ambulanz an der Uniklinik Würzburg und ihrem Team geleitet. Das Besondere diesmal: Unter den 15 teilnehmenden Psychotherapeut:innen waren 10 männliche Therapeuten – angesichts der Kriegssituation und des Ausreiseverbots für Wehrpflichtige keine Selbstverständlichkeit.
Die Männer und Frauen kommen direkt aus Kriegsgebieten wie etwa Donezk, Luhansk oder Odessa und behandeln dort aktuell jeweils ca. 200-300 Patient:innen. Traumata wie der Verlust von Angehörigen, eigene Kriegsverletzungen, Kriegsgefangenschaft oder das Erleben und Verarbeiten eines Luftangriffs haben massive Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Für sie bedeuten ihre Traumata persönliches Leid und in vielen Fällen massive Probleme bei der Bewältigung des Lebensalltages. In letzter Konsequenz wird dies auch zu einem gesellschaftlichen Problem.
In der Trauma-Ambulanz der Würzburger Universitätsklinik wird seit Jahren das Verfahren EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) für die Behandlung traumatisierter Patient:innen mit großem Erfolg angewendet. Dabei erinnert sich die Person gezielt an belastende Erlebnisse, während sie gleichzeitig gelenkte Augenbewegungen ausführt. So gelingt es dem Gehirn, traumatische Erlebnisse zu „verarbeiten“, ähnlich wie es im Traum (REM-Schlafphase) geschieht.
Die Methode sei ein bisschen wie zaubern, erklärt Dr. Schowalter, da sie so wirksam und schnell funktioniere. Im besten Fall ließe sich ein Trauma innerhalb von einer Stunde auflösen. „Ich finde es völlig faszinierend, dass wir mithilfe der DAHW nun Traumawissen in die Krisengebiete bringen können“, sagt sie im Interview mit uns.
Die DAHW finanziert nicht nur die Schulungen hier in Würzburg, sondern auch die anschließende wöchentliche Online-Supervision und Begleitung der Therapeut:innen. Zudem werden Geräte finanziert, um die Therapie vor Ort anzuwenden.
„Unser Militär leistet manchmal unmenschliche Arbeit an der Front und in der Versorgung. Sie stehen vor großen Herausforderungen, die oft traumatische Erfahrungen mit sich bringen“, erklärt der teilnehmende Militärpsychologe Eugen. „Ich hoffe, dass diese Methode uns hilft, solche Erfahrungen zu verarbeiten und die innere seelische Stabilität wiederherzustellen.“
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