25.01.2026

Welt-Lepra-Tag: Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe fordert mehr Aufmerksamkeit für „vergessene Krankheit“

Lepra gibt es noch! Zum Welt-Lepra-Tag am 25. Januar 2026 fordert die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe mehr Aufmerksamkeit für die „vergessene Krankheit“ und die Betroffenen. Foto: Toby Nwafor / DAHW
Anlässlich des heutigen Welt-Lepra-Tags macht die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe auf zahlreiche Neuinfektionen aufmerksam – und darauf, wie die Betroffenen selbst aktiv auf das Ziel hinarbeiten, Lepra weltweit zu beenden.

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ruft dazu auf, der „vergessenen Krankheit“ Lepra und den von ihr betroffenen Menschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Anlässlich des Welt-Lepra-Tags [am 25. Januar 2026] macht die Organisation mit Sitz in Würzburg darauf aufmerksam, dass sich die Krankheit immer noch verbreitet. Weltweit gab es 2024 mehr als 172.000 Neuinfektionen, davon über 9.000 bei Kindern.

„Gemeinsam – für eine Welt ohne Lepra“: Patrick Georg, Vorstand der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, fordert am Welt-Lepra-Tag mehr Aufmerksamkeit für die Betroffenen. Foto: Judith Mathiasch / DAHW

„Im Schnitt gehen wir von rund 471 Neuinfektionen pro Tag aus – weltweit“, erklärt DAHW-Vorstand Patrick Georg. „Und da ist die Dunkelziffer nicht mit eingerechnet. Das ist inakzeptabel. Wir sprechen hier immerhin von einer Erkrankung, die eigentlich vermeidbar wäre.“

Zwar hat die jahrzehntelange Arbeit der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe und ihrer Partnerorganisationen bereits viel erreicht – die Zahl der Betroffenen hat abgenommen, in vielen Bereichen gibt es eine umfassendere medizinische Versorgung und der gesellschaftliche Status von Menschen, die von Lepra betroffen sind, hat sich verbessert.

Dass es trotzdem immer noch Neuinfektionen gibt, schreibt die DAHW vor allem dem Umstand zu, dass weltweit wenig Wissen über Lepra existiert – und dafür umso mehr Vorurteile.

„Es ist nicht so, dass die Leute gemein sein wollen“, erklärt der Senegalese Papa Mamadou Diagne. „Sie wissen es einfach nicht besser.“ Der ehemalige Lepra-Patient weiß, wovon er spricht, wenn er Stigmatisierung und Ausgrenzung von Betroffenen thematisiert. Diagne, der als junger Mann erkrankte, ist heute Präsident der Senegalesischen Vereinigung zur Bekämpfung von Lepra und vernachlässigten Tropenkrankheiten (ASCL/MTN), einer sogenannten Selbstvertretungsorganisation. Ihre Mitglieder, selbst von Lepra oder ähnlichen Krankheiten betroffen, setzen sich unter anderem für Aufklärung in den Gemeinden, Inklusion und die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen ein, die von Lepra betroffen sind. Unterstützung bekommt die Vereinigung seit ihrer Gründung von der DAHW.

„Ich wünsche mir, dass alle von Lepra betroffenen Menschen als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft wirklich integriert sind und nicht ausgegrenzt oder stigmatisiert werden.“
Papa Mamadou Diagne (45) ist Präsident von ASCL/MTN

„Die Selbstvertretungsorganisationen in unseren Projektländern sind essenziell für eine effektive Entwicklungszusammenarbeit“, sagt DAHW-Vorstand Patrick Georg. „Wir sind angewiesen auf Menschen vor Ort, die tagesaktuell über die Situation informiert sind. Da geht es zum Beispiel darum, was die Betroffenen und ihre Gemeinden konkret benötigen, damit die Unterstützung zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt. Außerdem spielen die Organisationen eine große Rolle dabei, Aufklärung zu betreiben und damit Stigma abzubauen. Aber die Kolleg:innen helfen uns auch dabei, zu überprüfen, ob die angestrebten Ziele auch erreicht wurden.“

Nur gemeinsam ist es möglich, die Krankheit Lepra zu besiegen, davon sind die DAHW und ihre Partnerorganisationen überzeugt. Und das bedeutet auch: Zusammenarbeit und Solidarität über viele Ländergrenzen hinaus. Die senegalesische Selbstvertretungsorganisation ist bei Weitem nicht die einzige, mit der die DAHW erfolgreich zusammenarbeitet. Die meisten der DAHW-Projektländer in Afrika und Asien verfügen mittlerweile über solche Organisationen – ein echter Gewinn, findet DAHW-Vorstand Patrick Georg. „Die Betroffenen fordern nicht umsonst: Nothing about us without us. Frei übersetzt also, entscheidet nicht über, sondern mit uns“, erklärt er. „Wer soll uns denn besser dabei unterstützen können, unsere Arbeit noch effizienter und zielgerichteter zu gestalten, als die Betroffenen selbst? So stellen wir sicher, dass unsere Aktivitäten nachhaltig, langfristig und wirkungsvoll sind und bleiben und wir Lepra irgendwann komplett besiegen können.“

Fragt man Papa Mamadou Diagne nach seinen Wünschen für das neue Jahr, antwortet er: „Ich wünsche mir, dass alle von Lepra betroffenen Menschen körperlich und seelisch geheilt werden. Dass sie als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft wirklich integriert sind und nicht ausgegrenzt oder stigmatisiert werden. Und Patrick Georg ergänzt: „Dass wir weiterhin so gut mit unseren starken Partnern vor Ort zusammenarbeiten können. Gemeinsam – für eine Welt ohne Lepra.“

Papa Mamadou Diagne (45) ist Präsident der Senegalesischen Vereinigung zur Bekämpfung von Lepra und NTDs (ASCL/MTN), einer sogenannten Selbstvertretungsorganisation. „Ich wünsche mir, dass alle von Lepra betroffenen Menschen als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft wirklich integriert sind und nicht ausgegrenzt oder stigmatisiert werden.“ Foto: Christian Männer / DAHW

Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.

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