19.01.2026

Welt-Lepra-Tag: Drei Fragen, drei Antworten

DAHW-Bildungsreferentin Saanika Amembal (hier beim Würzburger Kinderfest 2024) erklärt bei ihren Historischen Stadtspaziergängen am Welt-Lepra-Tag, wo in Würzburg einst so genannte „Siechenhäuser“ zu finden waren. Foto: Larissa Brodziak / DAHW
Saanika Amembal ist Bildungsreferentin der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe. Sie informiert in Schulen, an Universitäten und darüber hinaus über Entwicklungszusammenarbeit, globale Zusammenhänge und Gesundheit weltweit. Anlässlich des Welt-Lepra-Tages 2026 (am 25. Januar) hat sie gemeinsam mit ihrem Team wieder spannende Aktionen auf die Beine gestellt.
Saanika Amembal, Bildungsreferentin bei der DAHW. Foto: Judith Mathiasch / DAHW

Frau Amembal, was können Interessierte in Würzburg rund um den Welt-Lepra-Tag erleben und erfahren?

Würzburg ist nicht nur eine schöne, sondern auch eine historisch ganz besonders interessante Stadt. Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie, wenn Sie in Würzburg leben oder arbeiten, mit Sicherheit schon einmal an einem ehemaligen „Siechenhaus“ vorbeigekommen sind? In diesen Einrichtungen wurden im Mittelalter und der Frühen Neuzeit Menschen untergebracht, die an Lepra erkrankt waren.

Am Welt-Lepra-Tag am 25. Januar und noch einmal am 29. Januar erforschen wir gemeinsam diese unbekannte Vergangenheit – beim Historischen Spaziergang durch Würzburg. Wie es Menschen geht, die auch heute noch von dieser sogenannten „biblischen Krankheit“ betroffen sind, erfahren Sie außerdem in unserer eindrucksvollen Foto-Ausstellung, vom 8. bis zum 31. Januar in den Fluren und Gängen des Würzburger Rathauses. Zwei tolle Würzburger Fotografen, Mario Schmitt und Christian Männer, haben unsere Projekte in Indien, Togo und Senegal besucht und sind mit Bildern zurückgekehrt, die berühren und inspirieren.

Warum gibt es überhaupt einen Welt-Lepra-Tag? Ist diese Krankheit nicht längst Geschichte?

Diese Annahme ist im Globalen Norden, also zum Beispiel bei uns in Deutschland, weit verbreitet. Leider gibt es aber auch heute noch viele Menschen, die an Lepra erkranken. 2024 wurden weltweit rund 173.000 Neuinfektionen verzeichnet, mehr als 9.000 davon bei Kindern. Allerdings ist Lepra extrem stigmatisiert, daher gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele trauen sich nicht, zum Arzt zu gehen, weil sie befürchten, ausgegrenzt zu werden. In unseren Projekten in verschiedenen Ländern Afrikas und Asiens unterstützen wir die Betroffenen und ihr Umfeld, finden unerkannte Fälle und arbeiten Tag für Tag daran, diese eigentlich vermeidbare und gut behandelbare Krankheit einzudämmen.

Was sind denn aktuell die drängendsten Themen im Bereich Lepra?

Am wichtigsten ist es, Neuinfektionen zu erkennen und zu behandeln, bevor irreversible Behinderungen entstehen. Das erreichen wir mit unserer Fallsuche in den Gemeinden vor Ort, mit gut vernetzter Forschungsarbeit, mit Aufklärungskampagnen und Stigma-Abbau. Ganz besonders helfen dabei sogenannte Selbsthilfegruppen, die wir nach Kräften unterstützen. Dort finden Betroffene einen sicheren Ort, an dem sie sich austauschen und füreinander da sein können. Das trägt dazu bei, Stigma zu reduzieren – und das wiederum bedeutet, dass Symptome leichter erkannt werden und Lepra-Neuinfektionen früher behandelt werden können.

Der Historische Spaziergang „Auf den Spuren der Lepra in Würzburg“ findet am 25. Januar um 10:30 Uhr sowie am 29. Januar um 15:30 Uhr statt. Treffpunkt ist jeweils vor der Adalbero-Kirche, Weingartenstraße 25. Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten, spontan teilnehmen ist aber ebenfalls möglich.

Die Foto-Ausstellung „Lichtblicke – zwischen Stigma und Stärke“ im Würzburger Rathaus ist vom 8. bis zum 31. Januar zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen – Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Beim Online-Event „Aus erster Hand: Wie Lepra-Betroffene in Indien ihre Rechte selbst in die Hand nehmen“ begrüßen wir Maya Ranavare, die Vorsitzende der Selbstvertretungsorganisation APAL. Reinklicken ist möglich am 27.01. um 18 Uhr – die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung und Infos unter www.lepra-beenden.de

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Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.

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