Würzburg, 25.01.2026: Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ruft dazu auf, der „vergessenen Krankheit“ Lepra mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Anlässlich des Welt-Lepra-Tags [am 25. Januar 2026] hat die Organisation mit Sitz in Würzburg daher spannende Aktionen vorbereitet. „Viele Menschen glauben, dass es Lepra gar nicht mehr gibt“, erklärt DAHW-Bildungsreferentin Saanika Amembal. „Das stimmt aber nicht. Und: Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es die Krankheit sogar noch hier bei uns, in Würzburg.“
Historischer Spaziergang: Auf den Spuren der Lepra in Würzburg
Menschen, die an Lepra erkrankten, wurden in Europa in sogenannten „Siechenhäusern“ untergebracht. Spuren dieser Einrichtungen finden sich bis heute auch in Würzburg: „Siechenhäuser“ gab es hier in den verschiedensten Stadtvierteln, das letzte wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts geschlossen. Wer mehr darüber erfahren möchte, wo genau sich diese „Siechenhäuser“ befanden, wie es den Betroffenen ging und wie sich die Stadt Würzburg damals bemühte, Lepra einzudämmen, kann sich Saanika Amembal am 25. oder 29. Januar anschließen: Dann leitet sie den „Historischen Spaziergang“ der DAHW, eine spannende, berührende und mitunter auch kuriose Entdeckungstour, die ganz neue Blickwinkel ermöglicht. Die Teilnahme ist kostenlos.
Foto-Ausstellung: Lichtblicke – zwischen Stigma und Stärke
Doch Lepra ist noch nicht besiegt: Weltweit gab es 2024 mehr als 172.000 Neuinfektionen, davon über 9.000 bei Kindern. Die DAHW unterstützt mit Projekten in Afrika und Asien die Betroffenen und setzt sich dafür ein, die Verbreitung der Krankheit zu stoppen. Wie die Hilfsorganisation und ihre Partner vor Ort dabei vorgehen, das haben zwei Fotografen aus Würzburg dokumentiert: Mario Schmitt und Christian Männer besuchten DAHW-Projekte in Togo, Indien und Senegal und brachten eindrucksvolle Bilder mit. Das Würzburger Rathaus zeigt rund um den Welt-Lepra-Tag eine Auswahl der Fotos – der Eintritt ist frei.
Vom heimischen Sofa aus in fremde Lebenswelten eintauchen
Für alle, die lieber zuhause bleiben möchten, ist auch etwas geboten: das Online-Event „Aus erster Hand: Wie Lepra-Betroffene in Indien ihre Rechte selbst in die Hand nehmen“.
Bildungsreferentin Saanika Amembal spricht mit Maya Ranavare, der Vorsitzenden der Selbstvertretungsorganisation APAL, und beide ermöglichen tiefe Einblicke in die Realitäten vor Ort. Reinklicken ist möglich am 27.01. um 18 Uhr – den Link finden Sie unter www.lepra-beenden.de.
„Wir sind überzeugt, dass es uns gelingen kann, die Lepra zu besiegen“, sagt DAHW-Vorstand Joachim Beringer. „Aber das schaffen wir nur gemeinsam. Der erste Schritt dorthin ist Information. Deshalb freuen wir uns über alle, die mit uns spazieren, unsere Ausstellung besuchen, zum Online-Event kommen – und vor allem: nicht wegsehen.“
Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.
