19.01.2026

Welt-Lepra-Tag: Würzburg und die Welt aus neuen Blickwinkeln entdecken

Oberbürgermeister Martin Heilig und Joachim Beringer, Vorstand der DAHW Deutsche Lepra und Tuberkulosehilfe, werben gemeinsam für die Ausstellung „Lichtblicke – zwischen Stigma und Stärke“, die noch bis zum 31. Januar im Würzburger Rathaus zu sehen ist. Foto: Judith Mathiasch / DAHW
Die eigene Heimatstadt mal anders kennenlernen oder in ferne Lebensrealitäten in Afrika und Asien eintauchen? Das geht in der letzten Januarwoche in Würzburg – dann nämlich lädt die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe dazu ein, sich auf ganz besondere Entdeckerreisen zu begeben.

Würzburg, 25.01.2026: Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ruft dazu auf, der „vergessenen Krankheit“ Lepra mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Anlässlich des Welt-Lepra-Tags [am 25. Januar 2026] hat die Organisation mit Sitz in Würzburg daher spannende Aktionen vorbereitet. „Viele Menschen glauben, dass es Lepra gar nicht mehr gibt“, erklärt DAHW-Bildungsreferentin Saanika Amembal. „Das stimmt aber nicht. Und: Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es die Krankheit sogar noch hier bei uns, in Würzburg.“

Das Ehehaltenhaus ist Würzburg: Hier befand sich ab dem 13. Jahrhundert ein „Siechenhaus“. Die DAHW lädt zu ihrem Historischen Stadtspaziergang am 25. und 29. Januar, um diese und weitere Orte zu entdecken, die einst als Leprosorien fungierten. Foto: Larissa Brodziak / DAHW

Historischer Spaziergang: Auf den Spuren der Lepra in Würzburg

Menschen, die an Lepra erkrankten, wurden in Europa in sogenannten „Siechenhäusern“ untergebracht. Spuren dieser Einrichtungen finden sich bis heute auch in Würzburg: „Siechenhäuser“ gab es hier in den verschiedensten Stadtvierteln, das letzte wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts geschlossen. Wer mehr darüber erfahren möchte, wo genau sich diese „Siechenhäuser“ befanden, wie es den Betroffenen ging und wie sich die Stadt Würzburg damals bemühte, Lepra einzudämmen, kann sich Saanika Amembal am 25. oder 29. Januar anschließen: Dann leitet sie den „Historischen Spaziergang“ der DAHW, eine spannende, berührende und mitunter auch kuriose Entdeckungstour, die ganz neue Blickwinkel ermöglicht. Die Teilnahme ist kostenlos.

Foto-Ausstellung: Lichtblicke – zwischen Stigma und Stärke

Doch Lepra ist noch nicht besiegt: Weltweit gab es 2024 mehr als 172.000 Neuinfektionen, davon über 9.000 bei Kindern. Die DAHW unterstützt mit Projekten in Afrika und Asien die Betroffenen und setzt sich dafür ein, die Verbreitung der Krankheit zu stoppen. Wie die Hilfsorganisation und ihre Partner vor Ort dabei vorgehen, das haben zwei Fotografen aus Würzburg dokumentiert: Mario Schmitt und Christian Männer besuchten DAHW-Projekte in Togo, Indien und Senegal und brachten eindrucksvolle Bilder mit. Das Würzburger Rathaus zeigt rund um den Welt-Lepra-Tag eine Auswahl der Fotos – der Eintritt ist frei.

„Sitzen, Warten, Hoffen.“ So heißt eines der Foto-Motive der Ausstellung „Lichtblicke – zwischen Stigma und Stärke“, die ab 8. Januar in den Fluren des Würzburger Rathauses auf die vergessene Krankheit Lepra und die davon betroffenen Menschen aufmerksam macht. Foto: Mario Schmitt / DAHW

Vom heimischen Sofa aus in fremde Lebenswelten eintauchen

Für alle, die lieber zuhause bleiben möchten, ist auch etwas geboten: das Online-Event „Aus erster Hand: Wie Lepra-Betroffene in Indien ihre Rechte selbst in die Hand nehmen“.

Bildungsreferentin Saanika Amembal spricht mit Maya Ranavare, der Vorsitzenden der Selbstvertretungsorganisation APAL, und beide ermöglichen tiefe Einblicke in die Realitäten vor Ort. Reinklicken ist möglich am 27.01. um 18 Uhr – den Link finden Sie unter www.lepra-beenden.de.

„Wir sind überzeugt, dass es uns gelingen kann, die Lepra zu besiegen“, sagt DAHW-Vorstand Joachim Beringer. „Aber das schaffen wir nur gemeinsam. Der erste Schritt dorthin ist Information. Deshalb freuen wir uns über alle, die mit uns spazieren, unsere Ausstellung besuchen, zum Online-Event kommen – und vor allem: nicht wegsehen.“

Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.

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