27.08.2026

Wenn die Diagnose per Handy kommt: Wie Telemedizin die Lepra-Arbeit in Afghanistan stärken könnte

Beispiel für einen telemedizinischen Fachaustausch; in der Praxis würde ein solcher Chat meist auf Englisch oder in der lokalen Sprache geführt. Das Bild wurde mit KI erstellt und zeigt keine realen Personen oder Patientendaten.
Eine neue Studie untersucht, wie Telemedizin die Diagnose von Hautkrankheiten in entlegenen Regionen Afghanistans unterstützen kann. Auch die DAHW war an der Forschung beteiligt.

Für viele Menschen in Afghanistan ist medizinische Hilfe schwer erreichbar. Wer in einer abgelegenen Region lebt, muss oft weite Wege bis zur nächsten Klinik zurücklegen. Fachärztinnen und Fachärzte für Hautkrankheiten gibt es nur wenige. Fachärztliches Wissen über Hautkrankheiten ist nicht überall verfügbar.

Für Betroffene kann das bedeuten, viele Stunden unterwegs zu sein und Geld für die Reise aufbringen zu müssen. Und selbst dann ist nicht sicher, ob vor Ort ein Arzt mit der nötigen Erfahrung erreichbar ist.

Eine neue Studie untersucht deshalb, wie Telemedizin helfen könnte. Im Mittelpunkt stehen vernachlässigte tropische Hautkrankheiten wie Lepra und kutane Leishmaniose. Für die Studie wurden acht Experten befragt, die seit mindestens 20 Jahren im Bereich dieser Krankheiten in Afghanistan arbeiten.

„Bei Krankheiten wie Lepra ist eine frühe und richtige Diagnose entscheidend. Telemedizin kann Fachwissen schneller dorthin bringen, wo es bisher nur schwer erreichbar ist.“
Anil Fastenau, DAHW Global Health Berater

Fachwissen erreicht Menschen in entlegenen Regionen

Medizinisches Personal vor Ort kann Bilder und Informationen zu auffälligen Hautveränderungen mit erfahrenen Fachleuten teilen. Diese können eine erste Einschätzung geben, bei der Diagnose unterstützen oder eine zweite Meinung abgeben.

So kann medizinisches Wissen schneller dorthin gelangen, wo es gebraucht wird. Lange Reisen könnten vermieden und Erkrankungen früher erkannt werden. Die befragten Fachleute sehen darin eine Möglichkeit, die Versorgung in entlegenen Regionen zu verbessern.

Medizinische Versorgung in Afghanistan: Anil Fastenau und Dr. Chris bei einem Patientenbesuch. Foto: (ALP / DAHW)

„Bei Krankheiten wie Lepra ist eine frühe und richtige Diagnose entscheidend. Telemedizin kann Fachwissen schneller dorthin bringen, wo es bisher nur schwer erreichbar ist“, erklärt Anil Fastenau von der DAHW.

Gerade bei Lepra ist eine frühe Diagnose wichtig. Bleibt die Krankheit lange unerkannt, kann sie irreversible körperliche Schäden verursachen. Betroffene Menschen erleben außerdem häufig Stigmatisierung und soziale Ausgrenzung.

Eine Ergänzung, kein Ersatz

Medizinische Untersuchung in einer entlegenen Region Afghanistans. Foto (Faridullah Wardak / DAHW)

Telemedizin kann eine persönliche Untersuchung nicht ersetzen. Manche Anzeichen von Lepra lassen sich nur bei einer Untersuchung vor Ort oder durch weitere Tests erkennen. Auch eine stabile Internetverbindung, gute Bilder und geschultes Personal sind notwendig.

Trotzdem kann der digitale Austausch ein wichtiger erster Schritt sein. Er verbindet medizinisches Personal vor Ort mit Fachleuten und bringt Wissen in Regionen, in denen es bisher kaum verfügbar ist.

Genau hier setzt auch die Arbeit der DAHW an: Menschen sollen Zugang zu einer frühen Diagnose und einer guten medizinischen Versorgung erhalten, unabhängig davon, wo sie leben.

Hier können Sie die vollständige Studie lesen:

Exploring the potential role of telemedicine in the early diagnosis of skin neglected tropical diseases in remote areas in Afghanistan through the perceptions and experiences of skin NTD health professionals: a qualitative study | BMJ Open

Gemeinsam können wir Ausgrenzung überwinden und Gesundheit für alle möglich machen.

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